Hedy’s Gedanken an letztes Jahr zur Weihnachtszeit

Anni Warfen Unsere Kunden berichten

Für Anni zum Heiligabend.

Bargteheide, 24. Dez. 2013

Ich war alleingelassen. Nach einem Kurzspaziergang ausgesetzt in fremder Umgebung. Ich fluchte, hatte für einen Augenblick nicht aufgepasst. Es war zunächst wie immer, wir verließen unser Heim, er war bei mir, nervte rum und zerrte an der Leine wenn ich mir den neuen Weg markieren wollte, schließlich raunte er fast flüsternd sein „nein“, dann ein „sitz“ und „bleib“, tütelte noch an der Leine rum und war dann weg.

hedy

Es war noch dunkel und ich hatte Hunger und er blieb weg. Ich fluchte laut, ein fremder Spaziergänger tauchte aus dem Nichts vor mir auf, schüttelte nur den Kopf und ging weiter, er hatte mein Magenknurren wohl fehl interpretiert. Mein Chef war weg. Ich fluchte erneut, stand nun auf, und war in Krisenstimmung. Ich versuchte zwei Schritte vorzugehen, kam aber nach einem Schritt nicht weiter, ein großer Schreck durchfuhr mich „festgebunden“.

Ich zwang mich zur Ruhe, sondierte die Lage, es war mittlerweile etwas heller und ich konnte die Umgebung abscannen. Hinter mir hing die Leine mit der Schlaufe an einem Metallgebilde. Vor mir war ein Gebäude mit großem Schaufenster „Fisch Berni“, das Licht fiel unweit vor mir auf den Gehweg. Hinter der Schaufensterverglasung stand dicht gedrängt eine Menschenreihe und mein Herz raste plötzlich, da stand auch er „mein Chef“. Er konnte mich nicht sehen, hatte mich wohl auch nicht gehört. Nun ging es sehr schnell. Ich nahm alle Kraft zusammen, ging voran, gleichzeitig öffnete sich vor mir eine Tür, eine Frau trat heraus und eilte an mir vorbei. Ich versuchte währenddessen mit aller Macht dort hinzukommen, bevor die Tür wieder zufiel. Ich schaffte es auch, na ja, fast. Im Türeingang stehend, hinter mir mit großem Geschepper mein Metallgegenstand umfallend, vor mir mit hoch aufgerissenen, erschrockenen Augen mein Chef, er fuchtelte mit den Händen und stürzte auf mich zu. Offenbar hatte er mich auch vermisst. Hurra, wir hatten uns wieder.

Nun ja, was dann folgte verbuche ich mal unter Lebenserfahrung, ich hatte wohl einiges fehl interpretiert. Es dauerte doch bis zum Abend, bis „er“ sich wieder beruhigt hatte, hinzu kam wohl, dass man ihm auch noch die falsche Fischtüte mitgegeben hatte und er von der Chefin noch mal zurückgeschickt wurde. Da war ich dann aber nicht mehr dabei. Ich freue mich nun aber schon auf nächstes Jahr, mal sehen ob der Fahrradständer noch am selben Platz steht und werde mit der Bleibübung „punkten“, bin dann ja schon 1 1/2.