Ein besonderer Spaziergang

Anni Warfen Unsere Kunden berichten

Es war wieder einer dieser schönen Sonntage, wo sich Michael seine Fotoausrüstung geschnappt hat und Kimmy und mich auf einen seiner Streifzüge mitgenommen hat.

Ach ja, „ich“, das bin „ich“, eine Zwergschnauzerhündin die vor knapp 1 1/2  Jahren das Rudel in Krems II vergrößert hat. Kimmy ist so etwas wie meine große Schwester. Sie ist schon 13 Jahre alt und hat schon mächtig viel erlebt. Sie ist vor 12 Jahren aus dem Tierheim nach Krems gekommen.

Genauso wie Kimmy besuche ich jede Woche die Hundeschule von Anni Warfen.

Wie immer führte uns der Weg durch das Dorf, hier wird immer Leinenführigkeit geübt. Kimmy geht rechts- und ich linksgeführt.

Fußgängern müssen wir unter (strengem) gehorsam ausweichen und Radfahrer ignorieren.

Das ist extrem anstrengend, aber wir bekommen als Belohnung immer ein Leckerli oder ein lobendes SUPER oder FEIN gemacht.

Als wir auf dem Fuß- und Radweg in ca. 50 Metern Entfernung drei Radfahrer gesehen haben, haben wir uns am Wegesrand ins Sitz begeben, um den Radfahrern Platz zu machen.

Zu einer Begegnung kam es aber nicht.

Ca. 30 Meter von uns entfernt stürzte einer der Radfahrer schwer und der Zweite konnte auch nicht ausweichen und stürzte ebenfalls.

Der Dritte konnte noch rechtzeitig bremsen.

Michaels Kommentar war nur „Sche….“.

Wir machten uns nach einem strengen und eindeutigen Kommando „bei mir“ auf den Weg zur Unfallstelle. Als erstes kam uns ein kleiner Hund entgegen, der auf dem ersten Fahrrad im Körbchen transportiert wurde. Er war scheinbar unverletzt.

Den haben „besser mussten“ wir ignorieren.

Direkt an der Unfallstelle wurde der kleine Hund im Körbchen gesichert und in den Schatten gestellt. Kimmy und ich wurden direkt an der Unfallstelle abgelegt.

Das „leg dich und bleib“ von Michael war extrem konsequent und eindeutig.

So haben wir beobachtet, wie sich um die beiden Verletzten gekümmert  wurde. Die Verletzungen waren so umfangreich, dass zwei Rettungswagen geordert wurden.

Als erstes kam die Polizei mit mächtigem Alarm angerauscht und brachte eine gewisse Unruhe in die Szene. Wie wir mitbekamen, haben sich die Rettungswagen verfahren, bzw. waren so viele Unfälle, dass nur ein Notarztwagen frei war.

Michael kümmerte sich um die Frau, die sichtbar schwere Gesichtverletzungen und Probleme mit ihren Armen hatte. Wir lagen knapp einen Meter neben der Frau und rührten uns nicht einen Zentimeter von der Stelle.

Durch die lange Wartezeit wurden die beiden Verletzten unruhig, weil sich der Schreck legte  und die Schmerzen und der Schock stärker wurden.

Michael wechselte zwischen den Verletzten hin und her und gab den anderen Ersthelfern Anweisungen. Kimmy und ich blieben weiter liegen und rührten uns nicht.

Wenn es möglich war hat Michael uns immer ein paar Leckerlis zur Belohnung zugeworfen.

Endlich kam ein Krankenwagen und es wurde jetzt noch intensiver, die Verletzten wurden mit medizinischen Geräten überwacht, Infusionen gelegt und verletzten Arme und Beine geschient.

Der eine Verletzte bekam dann extreme Kreislaufprobleme und die Notärztin wurde sehr streng in ihren Anweisungen. Hier brannte die Luft. Michael hat das zwischenzeitlich  eingetroffene zweite Rettungswagenteam in die Szenerie eingewiesen.

Zwei Krankenwagen mit vollem Alarm, plus Polizei waren schon extrem aufregend.

Als beide verletzte in die Rettungswagen gebracht wurden, kehrte langsam Ruhe ein.

Mit Blaulicht und Sirene ging die Fahrt für die Verletzten Richtung Krankenhaus.

Nach gut 45 Minuten durften Kimmy und ich unsere Position, nach Michaels Erlaubnis, verlassen und wir setzten unseren Weg fort. Auf der nächsten Wiese durften wir mächtig toben und Gas geben. Das tat nach der ganzen Aufregung richtig gut.

Jetzt habe ich auch kapiert wie wichtig gehorsam ist. Auch zu lernen liegen zu bleiben wenn mein Chef die Position andauernd wechselt, nicht auf das Gerede anderer zu hören und sich auch nicht vom Lärm und Stress beeinflussen zu lassen. Gut hier hat Kimmy 12 Jahre Vorsprung, aber ich habe auch schon viel in der Hundeschule gelernt und die Erfahrung von Michael und die Ruhe von Kimmy haben mir in dieser schwierigen Situation sehr geholfen.

Hundeschule ist eben lernen für Mensch und Hund, auch wenn ich es ziemlich blöd finde wenn Michael und Gitta schon vorher merken, dass ich Blödsinn im Kopf habe.

Anni und Martina, warum: mussten sie letzteres lernen????

Liebe Grüße

Käthe