Zecken beim Hund – Teil II: Babesiose, Ehrlichiose und FSME

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Babesiose (Hundemalaria)

Die Krankheitserreger (Babesien) werden in Deutschland von der Buntzecke und in Südeuropa auch von der braunen Hundezecke übertragen. Die Babesien leben in den roten Blutkörperchen des Hundes. Man unterscheidet kleine und große Babesien, wobei in Deutschland die großen eine Rolle spielen. Sie rufen ein schwereres Krankheitsbild als die kleinen hervor, sind aber besser zu behandeln. Die Buntzecke breitet sich nun auch in Deutschland aus, so dass mittlerweile Hunde erkranken, die Deutschland nie verlassen haben.

Nach einer Inkubationszeit von 10 Tagen -3 Wochen kommt es zu folgenden Symptomen:
Hochgradige Blutarmut durch Zerstörung der roten Blutkörperchen. Dadurch entstehen blasse Schleimhäute ( Augen, Maul! ), rotbraun gefärbter Urin und Gelbsucht. Die erkrankten Hunde haben auch Fieber.

Die Diagnose ist gesichert, wenn man die Erreger im Blut nachweist. Dazu gewinnt man Kapillarblut aus der Ohrmuschel, das auf einem Objektträger gefärbt und dann mikroskopisch untersucht wird. Die Behandlung erfolgt mit Imidocarbproprionat, 6 mg/kg, welches zweimal im Abstand von 2 Wochen subkutan injiziert wird. Dieses Medikament wird auch prophylaktisch eingesetzt. Einen Impfstoff gibt es in Frankreich. Jeder deutsche Tierarzt kann ihn einführen. Die Impfung schützt nicht vor der Infektion, mildert aber die Symptome.

Ehrlichiose (Anaplasmose)

Überträger dieser Krankheit sind die braune Hundezecke und der Holzbock. Die Hunde bekommen Fieber und sind apathisch. Auffallend ist die Blutungsneigung ,wegen der gestörten Blutgerinnung. So entstehen Blutungen in der Haut und Schleimhaut , sowie Nasenbluten. Die Lymphknoten sind geschwollen und häufig finden sich Ödeme (Schwellungen) an den Hintergliedmaßen. Auch Lahmheiten und Augenveränderungen kommen vor.

Die Diagnose erfolgt durch den Antikörpernachweis. Das Mittel der Wahl ist das Antibiotikum Doxyciclin, 10mg/kg einmal täglich mit dem Futter, 3-4 Wochen lang. Gerne wird die Therapie mit etwas Cortison unterstützt. Ein Impfstoff ist nicht vorhanden, die Prognose ist vorsichtig zu stellen.

FSME, Frühsommer-meningo-encephalitis

Es handelt sich um eine von Zecken (Holzbock) übertragene Virusinfektion, die besonders beim Menschen eine Rolle spielt. Hunde werden zwar infiziert, Symptome treten aber nur bei immungeschwächten Tieren auf. Die Krankheit kommt hauptsächlich in der Schweiz, Österreich, Bayern und Baden Württemberg vor. Da es sich um eine Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns handelt, kommt es zu Krämpfen, Lahmheiten, Bewußtseins- und auch Gangstörungen, sowie Fieber. Eine gezielte Therapie gibt es nicht, es werden nur die Symptome bekämpft. Antibiotika sind nötig, um Sekundärinfektionen mit Bakterien zu verhindern, Cortisone werden als Entzündungshemmer eingesetzt. Auch physiotherapeutische Behandlung ist sinnvoll. Die Prognose muss vorsichtig gestellt werden. Eine Impfung mit dem Impfstoff für Menschen ist möglich, aber nicht sinnvoll. Sie ist teuer, die Wirkung umstritten und die Erkrankung zu selten.

Für alle von Zecken übertragenen Krankheiten gilt als wichtiger Schutz:
Täglich Zecken ab sammeln und den Hund mit Zeckenmitteln schützen. Diese sollen Zecken fern halten und sie töten.