Zahnfleischentzündung des Hundes

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Man geht davon aus, dass 85% aller Hunde an Plaques leiden. Dabei handelt es sich um einen Zahnbelag, der aus Nahrungsresten, Speichel und Bakterien besteht. Plaques liegen als zähe Masse auf den Zähnen. Durch breiiges Futter fehlt die Selbstreinigung der Gebisses. Kleine Rassen, wie Yorkis, Pekinesen etc. sind schon im jugendlichen Alter betroffen. Mittlere und große Rassen erkranken dagegen erst ab dem 4. – 6. Lebensjahr. Eine große Rolle bei der Entstehung von Zahnfleischentzündungen spielt das Immunsystem. Ist es geschwächt, breiten sich die Bakterien schrankenlos aus.

Wie entsteht nun Zahnstein? Im Speichel sind reichlich Mineralstoffe vorhanden, welche die Plaques mineralisieren und so daraus Zahnstein bilden. Säure- und Giftbildende Bakterien lagern sich ein. So entsteht die Zahnfleischentzündung und in Folge die Paradontitis. Das Paradontium ist der Halteapparat der Zähne. Dieser wird durch bakterielle Enzyme aufgelöst. Die Zähne werden locker.

Schauen Sie Ihrem Hund regelmäßig ins Maul. Wenn er üblen Mundgeruch hat, Das Zahnfleisch gerötet ist und leicht blutet, ist eine Zahnsanierung nötig. Ein paar Tage vor dem Eingriff sollte der Hund ein Antibiotikum einnehmen. Dadurch reduzieren sich die Keime und schaden den inneren Organen nicht. Der Hund bekommt eine Narkose. Anschließend erfolgt eine Maulspülung mit einer 0,1-0,2%igen Chlorhexidinlösung. Mit der Zahnsteinzange und einem Scaler werden die gröbsten Beläge entfernt. Die Feinarbeit erledigt das Ultraschallgerät. Lockere Zähne müssen gezogen werden. Man kann die Zähne noch fluoridieren um den Zahnschmelz zu härten. Nach der Behandlung schließt sich noch eine antibiotische Behandlung an.

Prophylaxe: Am besten übt man mit Zahnbürste und -Paste schon mit seinem jungen Hund. Die Pasten schmecken nach Fleisch und enthalten Enzyme, die die Zahnbeläge verdauen. Die Bürsten kann man wie einen Fingerhut auf den Zeigefinger stecken. So besteht keine Verletzungsgefahr bei Abwehrbewegungen des Hundes. Hin und wieder ein Büffelhautknochen oder Dentasticks fördern die Selbstreinigung.

Bei manchen Rassen (Boxer, Dogge, Dobermann und Collie) kann das Zahnfleisch wuchern. Da die Tiere sich beim Kauen verletzten können, sollte man diese gutartigen Wucherungen chirurgisch entfernen lassen. Eine ebenfalls gutartige Wucherung ist die Epulis. Die Ursache ist unbekannt, betroffen sind meist Boxer. Diese höckerigen, pilzförmigen Gebilde werden mit dem Elektrokauter entfernt.