Wurmbefall beim Hund

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Folgend soll über die wichtigsten Wurminfektionen unserer Hunde, deren Symptomatik, sowie ihrer Behandlung berichtet werden.

SPULWÜRMER (Askariden)
Im mitteleuropäischen Raum gehören die Spulwürmer zu den wichtigsten Darmparasiten des Hundes. Die Ansteckung kann schon im Mutterleib erfolgen, von der Mutterhündin via Placenta auf die Welpen. Nach der Geburt werden die Wurmeier auch über die Muttermilch übertragen. Der erwachsene Hund nimmt diese besonders beim Schnüffeln aus dem Hundekot befallener Hunde auf. Die Wurmlarven wandern durch Leber, Lunge, Luftröhre und in den Darm. Meist zeigen die Hunde keine Symptome. Der Welpe allerdings ist mager und hat den typischen Wurmbauch. Die kleinen Hunde haben Durchfall und Blutarmut. Die Würmer können sogar zum Darmverschluss führen. Fast alle gängigen Wurmmittel wirken. Welpen werden im Alter von 2,4,8 und 12 Wochen vorzugsweise mit Panacur entwurmt, weil sie es gut vertragen, der ältere Hund kann auch andere Mittel nehmen. Wenn die tragende Hündin 4mal , und zwar 40 und 10 Tage vor der Geburt und 10 und 40 Tage nach der Geburt mit Stronghold behandelt wird, verhindert man die placentare Übertragung auf die Welpen.
Kinder können sich infizieren (Spielplatz).Die Larven wandern durch den Körper, aber es entstehen keine Würmer im Darm.

HAKENWÜRMER
Diese leben im Dünndarm, wo sie Blut saugen. Die Übertragung erfolgt über die Muttermilch oder oral über Hundekot. Besonders Welpen leiden unter Blutarmut, blutig-schleimigen Durchfällen, Apathie und Magerkeit. Eventuell benötigen schwerkranke Welpen eine Bluttransfusion, anschließend Panacur, Eisen und Vitamin B. Beim erwachsenen Hund wirkt Drontal plus und Caniquantel plus sehr gut.
Die Larven können durch die Haut des Menschen dringen in der sie wandern: Larva migrans

PEITSCHENWÜRMER
Sie leben im Blind- und Dickdarm und führen zu chronischen Durchfällen. Kombipräparate wie Milbemax oder Drontal plus sind hochwirksam. Eine Wiederholung nach 3 Monaten wird dringend empfohlen.

LUNGENWÜRMER
Der Lungenwurm benötigt die Schnecke als Zwischenwirt. Der Hund frisst die Schnecke und infiziert sich. Die Tiere bekommen chronischen Husten.
Hier ist Panacur Mittel der Wahl. Je nachdem welcher Lungenwurm vorliegt, dauert die Therapie 1-3 Wochen.

BANDWÜRMER
Alle Bandwürmer benötigen einen Zwischenwirt. Bei Dipylidium ist der Hundefloh Zwischenwirt. Wenn der Hund den Floh zerbeißt, infiziert er sich. Meist bleibt der Befall symptomlos. Der genau beobachtende Hundebesitzer sieht die Bandwurmglieder am Anus des Hundes.
Der gefährliche Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)befällt auch unsere Hunde. Zwischenwirt sind Kleinnager, wie Mäuse. Oft kann man die Reiskorn großen Bandwurmglieder im Hundekot erkennen. Mäusefänger müssten theoretisch alle 4 Wochen mit Drontal plus oder Milbemax entwurmt werden, um eine Infektion des Menschen auszuschließen. Da dies lästig ist, sollte man den Kot gefährdeter Hunde häufiger untersuchen lassen. Da die Eier nicht regelmäßig ausgeschieden werden, ist es sicherer, mit einem Klebeband am Anus und Umgebung haftende Eier mikroskopisch nachzuweisen. Der Mensch dient als Zwischenwirt und es entstehen Finnen in der Leber, die zu einer gefährlichen Erkrankung führen. Ebenso sollten Waldbeeren und Pilze vor dem Verzehr gründlich gereinigt werden.

RESUMEE
Wir Hundebesitzer sollten unsere Hunde 4 mal im Jahr entwurmen. Eine Wurmkur schützt nicht vor Neuinfektion! Hygiene im Umgang mit unseren Tieren ist Pflicht: Händewaschen, Reinigen der Hundeplätze, Desinfektion der Zwinger und Ausläufe in Hundezuchten. Bei der Auswahl der Wurmkur berät Sie Ihr Tierarzt. Manche Hunde vertragen das eine Mittel besser als das andere.