Wie ich mein alltägliches Training aufbauen sollte?

Wilma Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Interessantes, Wissenswertes

Damit unsere Hunde Kommandos lernen und in alltäglichen aber auch unbekannten Situationen problemlos händelbar sind, müssen sie mit uns üben und trainieren. Nur wenn ein Hund regelmäßig trainiert wird, kann er all das umsetzen, was sein Mensch von ihm verlangt. Ohne regelmäßiges und konsequentes Üben kann der Hund dies nicht. Daher ist gerade bei Welpen das Erlernen von Kommandos und Benimmregeln wichtig. 

Hunde lernen durch Erfolg. Daher brauchen sie gerade in der Anfangszeit möglichst viele Lernerfolge. Eine Trainingseinheit wird daher immer so geführt, dass dem Hund gar nichts anderes übrigbleibt als es richtig auszuführen. Ein Hund wird auch immer nur für das richtige Ausführen der Übung belohnt. Nur so wird er sein Handeln mit der Belohnung verknüpfen und es wieder ausführen wollen.

Fehler bei Kommandos werden in der Anfangszeit erstmal ignoriert und der Hund nur für das Richtige belohnt. Natürlich sollten Übungseinheiten immer mit etwas Gutem enden. Klappt etwas überhaupt nicht, wird ein Schritt zurückgegangen. Vielleicht wird dem Hund mit der Zeit auch das Korrektur-Kommando „Nein“ beigebracht. Dies zielt darauf ab, dass dem Hund über „Nein“ mitgeteilt wird, dass sein Verhalten gerade falsch ist. Der Hund kann es dann darauf hin selbständig ändern. Legt er sich beispielsweise beim Kommando „Sitz“ hin, so kann er über das Kommando „Nein“ korrigiert werden. Gleiches gilt, wenn er beispielsweise ein Blumenbeet oder ähnliches betritt. Aber auch dieses „Nein“ muss langsam erlernt und aufgebaut werden. 

Lob und Korrektur müssen beim Training immer nachvollziehbar sein für den Hund. Wichtig ist, dass Lob und Korrektur immer genau zeitlich zu der jeweiligen Handlung erfolgen. Da Hunde immer im Hier und Jetzt leben, ist eine Handlung für sie schon nach kurzer Zeit vergessen. Setzt der Hund sich also hin und wir kramen zwei Minuten nach einer Belohnung und der Hund ist schon wieder aufgestanden, bezieht er dies nicht mehr auf sein ausgeführtes Kommando. Gleiches gilt für eine Bestrafung. Stellen wir fest, dass der Hund ein Kissen zerfetzt hat und wir haben ihn nicht aktiv dabei erwischt, ist es für ihn schon lange Vergangenheit und er kann die Bestrafung nicht verstehen. Diese Bestrafung muss für den Hund in flagranti kommen.

Wichtig beim Trainieren ist zudem die Stimme. Die darf und sollte zum Einsatz kommen aber niemals geschrien. Ein Wort kann böse oder freudig/ motivierend ausgesprochen werden und das versteht der Hund. Ein Geschrei ist für Hunde nicht verständlich und verschreckt sie. Zudem zeugt es von eigener Unsicherheit und Hilflosigkeit des Hundeführers.

Zudem ist auch das Sichtzeichen ein wichtiges Hilfsmittel. Damit der Hund diese erlernen kann, müssen sie zu Beginn immer in Verbindung mit dem sprachlichen Kommando erfolgen. Sie dürfen nicht vor dem Körper verschwinden und müssen immer klar und deutlich ausgeführt werden.

Verliert der Hund im Laufe seines Lebens ein Sinnesorgan können Sicht- oder Hörzeichen uns weiter mit unseren Hunden kommunizieren lassen.

Die Trainingseinheiten sollten zu Beginn nur wenige Minuten lang sein und auch nicht zu oft am Tag. Auch Hunde brauchen und genießen die Pausen ohne das Lernen.