Unser Hund ist Senior – was zu beachten ist

Anni Warfen Aktuelle Themen, Senioren- und ältere Hunde

Es stellt sich die Frage, wann ein Hund alt ist. Die Behauptung, 7 Hundejahre entsprächen 1 Menschenjahr ist längst überholt. Bei kleinen Hunderassen ist die Lebenserwartung höher, als bei großen. Eine kleine Rasse ist ca 11,5 Jahre alt , wenn sie einem Menschen mit 60 Jahren entspricht. Die großen Rassen erreichen dieses Alter schon mit 7,5-8,5 Jahren. Dies ist unabhängig vom Geschlecht.

Der Alterungsprozess beinhaltet eine Abnahme der Zellzahl, wegen der verminderten Zellteilung, sowie eine Schädigung der Zellen durch Stoffwechselprodukte. Das Fettgewebe nimmt zu. Das Haar ergraut besonders am Kopf. Die Linsen werden trüb (grauer Star), das Fell wird glanzlos und struppig. An den Gliedmaßen können Liegeschwielen entstehen, insgesamt bildet sich die Muskulatur zurück, zugunsten des Fettgewebes. Es kommt zum Wasserverlust der Zellen und wegen des gleichzeitig nachlassenden Durstgefühls besteht die Gefahr des Austrocknens (Dehydrierung).

Zur Ernährung ist folgendes zu sagen:
Der Energiebedarf sinkt um 20%, weil der Grundumsatz sinkt und das Bewegungsbedürfnis nachlässt. Viele Hunde haben Arthrosen und bewegen sich deshalb kaum. Deshalb werden unsere Senioren leicht dick. Sie sollten 75% des Energiebedarfs einer Futterration für mittelalte Hunde anbieten. Unser Senior benötigt allerdings genau so viel Eiweiß und Mineralstoffe wie ein mittelalter. Da bei kommerziellen Futtermitteln der Proteingehalt überhöht ist, reicht er trotz reduzierter Ration. Ansonsten kann man mageren Fisch oder Magerquark zu füttern. Vitaminzusätze sind zu empfehlen. Besonders Vitamin C und E schützen die Zellen. Hausmannskost ist zu salzig und wie reine Fleischfütterung zu Phosphatreich. Bieten Sie das Futter suppig an, um dem Flüssigkeitsbedarf gerecht zu werden, und verteilen Sie es auf 2-3 Portionen.

Auf jeden Fall sollte unser Senior einmal jährlich vom Tierarzt durchgecheckt werden, am besten zusammen mit der Impfung. Eventuell müssen die Krallen wegen der geringen Abnutzung gekürzt werden. Anhand einer Blutprobe werden die Organfunktionen geprüft. Je nachdem kann man dann die Leber oder die Nieren durch Spezialdiäten und Medikamente stützen. Ebenso muss das Herz untersucht werden, und die Zähne (Zahnstein, lose Zähne). Zähneputzen wäre ideal, geht aber nicht immer. Dann Zahnpflegeriegel anbieten.

Ein Drittel aller älteren Hündinnen, besonders kastrierte und ein Sechstel der Rüden werden im Alter inkontinent. Nach tierärztlicher Abklärung der Ursache, kann man erfolgreich behandeln. Auf keinen Fall das Wasser reduzieren. Für die häufigen Arthrosen stehen ausgezeichnete Mittel zur Verfügung, die das Hundeleben im Alter lebenswert machen. Mäßige, aber regelmäßige Bewegung, keine Radtouren!

Geriatrika sind Mittel, die die Leistungsfähigkeit im Alter steigern. Ihr Tierarzt weiß am besten, ob diese für Ihren Hund in Frage kommen.

Da ältere Hunde schlechter hören und sehen, kann es sein, dass sie nach Fremden schnappen. Dies hat nichts mit einer Bösartigkeit zu tun, sondern ist Verunsicherung!