Spielen mit dem Hund im Winter

Anni Warfen Aktuelle Themen, Wissenswertes

An manchen Tagen lockt das schöne Winterwetter zu langen Spaziergängen mit dem Hund. Ein Spiel mit dem Ball o. ä. darf dann natürlich nicht fehlen, aber Vorsicht: rast der Vierbeiner auf gefrorenem oder hartem Boden seinem Spielzeug hinterher, um es dann freudig zu euch zu bringen, kann er sich bei Überlastung oder durch einen dummen Zufall böse Verletzungen zuziehen.

Weicher Boden federt die kurzen Stops bei der Aufnahme des Spielzeugs oder bei kurzen, schnellen Wendungen ab, bei hartem Boden werden Bänder und Gelenke doch sehr belastet. Auch die Pfoten und Krallen des Hundes müssen standhalten.

Kleine Eiskristalle können z. B. den Ballen einschneiden, deshalb bei diesem Wetter unbedingt auf eine vernünfige Pfotenpflege achten. An “ungünstigen” Stellen braucht so ein kleiner Riss unter Umständen mehrere Monate, bis er vollständig verheilt ist.

Bei kurzen Wendungen kann sich eine Kralle verhaken und an- oder sogar abbrechen. Da darin Blut- und Nervenbahnen laufen, fängt der Hund an zu bluten oder zu lahmen. Oft bleibt dann nur der Gang zum Tierarzt, und ggf. muss die Kralle sogar gezogen werden. Achtet bitte grundsätzlich darauf, dass die Krallen eures Hundes nicht zu lang sind, da sie zu einem veränderten Gangbild und somit auch zu Überlastungen führen können. Das Krallenschneiden ist eine gute Duldungsübung, nur solltet ihr nicht zu viel abschneiden. Bei hellen Krallen kann man sehr gut das “Innenleben” erkennen, bei dunklen müsst ihr etwas vorsichtiger sein. Die Kralle hat die richtige Länge, wenn sie beim Laufen nicht den Boden berührt.

Auf gefrorenem Boden, manchmal auch unter einer Schneedecke, finden sich oftmals vereiste Stellen, auf denen der Hund ausrutschen und sogar stürzen kann. Zerrungen, Bänderdehnungen oder -risse, im schlimmsten Fall Knochenbrüche sind nicht selten die Folge. Dazu kommen noch Gelenkserkrankungen z. B. in der Schulter oder im Bein. Das dies alles langwierige Erkrankungen in Verbindung mit höheren Tierarztkosten sind, liegt auf der Hand.

Das hört sich alles ganz furchtbar an, und man könnte glatt die Lust auf Spaziergänge verlieren. Wenn ihr allerdings auf ein paar Dinge achtet, könnt ihr trotzdem Spass mit eurem Vierbeiner haben. Hier eine kleine “Check-Liste”:

1. kontrolliert den Boden, ist er zu hart, das Spielzeugwerfen lieber in Grenzen halten oder ganz darauf verzichten. Suchspiele sind in diesem Fall eine schöne Alternative.
2. den Hund nicht sofort losrasen lassen, sondern bitte darauf achten, dass er ein gutes Stück mit euch spazieren gegangen und die Muskulatur aufgewärmt ist.
3. beobachtet die Bewegungen eures Hundes. Hat er Probleme beim Laufen, weil der Boden sehr vereist ist? Schwankt er viel oder rutscht öfter aus? In dem Fall die Gassirunden lieber verkürzen, und dafür mehrere kleine machen.
4. Pfoten regelmässig nach Verletzungen absuchen, Pfotenpflege nicht vergessen!

Bei Fragen wendet euch gern an euren Trainer und geniesst den Winter!