Schau’ mir in die Augen, Kleines!

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Sicher hört ihr in der Gehorsamsstunde oft den Satz: “Jetzt holt mal die Aufmerksamkeit des Hundes!” Mittlerweile wisst ihr sicher alle, was damit gemeint ist – nämlich dass der Hund uns in die Augen, nicht auf die Hand und nicht auf die Futtertasche, schaut. Aber was hat das eigentlich für einen Sinn?
Wenn wir uns mit jemandem unterhalten, ist es uns doch auch lieber, wenn wir direkten Augenkontakt haben, und unser Gegenüber nicht in der Weltgeschichte umherschaut. Sieht uns jemand während eines Gesprächs aufmerkam an, können wir sicher sein, dass derjenige auch mitbekommt, was wir ihm gerade erzählen. Genauso ist es auch zwischen uns und unserem Hund.

Arbeiten wir mit unserem Vierbeiner, möchten wir, dass er aufmerksam ist und wir ihm nicht ständig das Korrekturwort sagen müssen. Das heisst, sieht der Hund uns während des Arbeitens an, kommen auch die Hörzeichen bei ihm an und werden schneller umgesetzt. Unumgänglich ist das Anschauen, wenn wir nur mit Sichtzeichen arbeiten.

Aber wie bringe ich das meinem Hund bei? Auch das Anschauen muss, wie so viele Übungen auch, konditioniert werden, d. h. es wird durch ständiges Wiederholen gefestigt. Dies trainieren wir schon ganz früh, indem wir das Leckerli, bevor der Hund es bekommt, unter unser Kinn ziehen und dabei loben. Der Hund lernt, dass das Futter immer “aus dem Gesicht” kommt. Weiterhin sollte unser Hund lernen, zu uns hochzuschauen, wenn wir ihn mit seinem Namen ansprechen. Dies sollte auch mit ihm trainiert werden, wenn er sitzt, bzw. liegt. Die Position sollte er dabei nicht verändern.

Ganz wichtig ist, dass der Name des Hundes nicht ständig vor ein Hörzeichen gesetzt wird. Sprechen wir den Hund mit Namen an, und er sieht zu uns hoch,  müssen wir zuerst immer loben. Leider beobachten wir, dass dies oft vergessen wird, und das Hörzeichen dann z. B.: “Fluffi Sitz” heisst. Auch dies prägt sich unserem Hund ein. Problematisch wird es dann, wenn ihr den Namen des Hundes nicht sagen dürft. Er wird euch dann ganz klar zeigen, dass er das Hörzeichen so nicht kennt.
Den Hund bitte auch niemals mit dem Namen korrigieren!

Man muss immer an so viel denken, wenn man mit dem Vierbeiner arbeitet, dabei macht der Hund meist keine Fehler sondern der Hundeführer. Wenn ihr den Hund aber konsequent und mit viel Motivation, z. B. durch ein überschwängliches Loben, konditioniert, wird er nach einiger Zeit den Blick in euer Gesicht von ganz allein suchen.
Und mal ganz ehrlich, gibt es etwas Schöneres, als wenn unser Hund uns ständig mit leuchtenden Augen “anhimmelt”?