Prophylaxe von Verletzungen beim Hundesport

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Wie besprochen, kann man den Muskelkater des Hundes nur durch langsam, stetig sich steigernde Trainingseinheiten vermeiden. Die Muskulatur braucht diese Zeit, um kräftiger zu werden.

Aber was ist zu tun, um den Hund vor Zerrungen, Verstauchungen oder gar Bänder-und Sehnenrissen zu schützen? Dazu etwas Theorie.  Der sog. passive Bewegungsapparat besteht aus Gelenken, Bändern und Sehnen, im Gegensatz zur aktiven Muskulatur. In beiden Strukturen befinden sich winzige Nervenorgane, die Propriozeptoren. Diese „ Fühler“ melden dem Gehirn die momentane Körperstellung. Das Gehirn sendet die Meldung an den Bewegungsapparat, der dann reagiert. Ein Beispiel: Der Hund tritt in ein Loch, dann Propriozeptoren an Gehirn: Achtung, Bodenkontakt verloren, Pfote zurück ziehen. So wird z.B. eine Stauchung oder eine Bänderzerrung vermieden. Wenn sich der Hund im Ruhezustand befindet, dämmern auch die Rezeptoren vor sich hin. Würde der Hund sofort lossprinten, befänden sich die Sensoren noch nicht im Wachzustand und die Verletzungsgefahr ist groß. Deshalb muss eine Aufwärmphase stattfinden. Für uns Hundebesitzer wäre dies das Gassigehen, bis der Hund sich löst, 10-15 min. Falsch ist, nach Hause zu kommen, der Hund schlief, freut sich mächtig, Terrassentür auf und Ballspielen. Auch in freier Wildbahn würden Hunde im Trab nach Beute stöbern, um diese dann zu hetzen. Nach dem warming up erfolgt der Sport, der je nach Rasse und Hundebesitzer variiert. Ob Agility, Hunderennen, Jagd, Hütearbeit, Dogdancing usw., Grundlage ist die Kondition. Eine gute Grundkondition verbessert auch die Konzentrationsfähigkeit und mindert die Verletzungsgefahr. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Joggen und Walken, dabei den Hund am Rumpf elastisch befestigt. Auch Radfahren ist sehr beliebt. Aber bitte nicht nur auf Asphalt. Der harte Boden ist für die Gelenke sehr belastend. Wünschenswert ist ein geländegängiges Fahrrad. Schwimmen ist ein super Konditionstraining, weil durch die Arbeit gegen  den Wasserwiderstand, die Muskulatur stark gefordert wird. Gleichzeitig werden durch die weitgehende Schwerelosigkeit die Gelenke geschont. Nachteil ist die unnatürliche Körperhaltung. Der Kopf wird hoch getragen, dadurch kommt der Rücken ins Hohlkreuz. Deshalb haben Damen mit Dauerwelle, die Brustschwimmen, danach mehr Genick-und Rückenprobleme als vorher. Also das Schwimmtraining nicht übertreiben. Den Hund am Auto laufen zu lassen ist verboten und tabu. Beim Konditionstraining werden besonders die roten, langsamen Muskelfasern trainiert. Dies gilt besonders für Schlittenhunde. Bei Agility oder dem Apportieren handelt es sich um Krafttraining, also Springen und Beschleunigen. Dies trainiert die weißen, schnellen Muskelfasern. Von beiden Trainingsarten etwas wäre ideal, damit alle Muskeln trainiert werden. Nach dem Training erfolgt das Abkühlen, also ruhiges Gehen von 15 min, Je besser der Trainingszustand, um so schneller beruhigen sich Puls und Atmung. Dies alles gilt für gesunde, erwachsene Hunde. Wer ernsthaft Hundesport macht, sollte jährlich einen Vet-check machen lassen.

Noch mehr Wellness für den sportlichen Hund: Massage und passive Mobilisation. Massieren ist etwas, das kann man lernen. Du kommst nie an ein Ende, die Erfahrung wird immer tiefer. Es ist nicht nur eine Kunstfertigkeit, sondern eine Sache der Liebe (Osho, Buch der Heilung). Die Massage hilft die Spannung der Muskulatur, den Tonus, zu regulieren. Die passive Mobilisation, das Dehnen oder Stretching, steigert die Leistungsfähigkeit erheblich. Ein gedehnter Muskel hat eine höhere Arbeitsamplitude.

Viel Spaß mit dem sportlichen Vierbeiner!