Ohrenentzündung

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Ohrenentzündungen beim Hund zählen zu den häufigsten Erkrankungen in der Tierarztpraxis. Betroffen ist dabei meist nur der äußere Gehörgang, der am Trommelfell endet. Die Hunde schütteln mit dem Kopf, kratzen sich an den Ohren oder reiben sich am Fußboden. Dabei können sie sich an der Ohrmuschel verletzen und es können unangenehme Blutergüsse zwischen Ohrknorpel und Haut entstehen.

Manche Hunderassen sind häufiger betroffen: Der Shar Pei und der Cocker Spaniel, wegen ihres engen Gehörgangs, Hunde mit Hänge-oder Schlappohren, wegen der fehlenden Belüftung. Gerade im Sommer, wenn die Hunde baden gehen und Wasser in die Ohren kommt, ist oft eine Gehörgangsentzündung die Folge. Die Feuchtigkeit fördert das Wachstum von Keimen. Viele Hunde leiden unter Allergien. Sie haben Juckreiz und Hautekzeme, begleitet von einer Ohrenentzündung. Dabei sind meist auch die Ohrmuscheln geschwollen.

Bei allen Ohrenentzündungen bildet sich im Gehörgang ein Sekret, welches unangenehm riecht. Wenn dieses aussieht wie Kaffeesatz, also feucht-krümelig, sind Milben die Ursache. Bakterien bilden ein gelbliches, und Pilze ein braunes Sekret.

Bei allen Manipulationen am Ohr ist es wichtig, die Ohrmuschel nach oben zu ziehen, damit sich der gewinkelte Gehörgang streckt und das Medikament bis zum Trommelfell vordringt. Vor der Behandlung müssen die Ohren gereinigt werden. Dazu gibt es spezielle Ohrreiniger, die wie oben beschrieben, eingeträufelt werden. Anschließend wird der Ohrgrund von unten nach oben massiert und dann mit einem weichen Tuch das Ohr gereinigt (keine Wattestäbchen nehmen, weil man damit das Sekret nach innen drückt und wegen der Verletzungsgefahr). Ca. eine halbe Stunde später werden die Ohrentropfen angewendet. Für die Hunde eine unangenehme Prozedur, die aber konsequent ein-bis zweimal täglich durchgehalten werden muss. Es gibt Hunde, die einmal eine Narkose benötigen, um das Ohr gründlich zu reinigen. In schwierigen Fällen ist es sinnvoll das Sekret bakteriologisch und mykologisch zu untersuchen, mit Resistenztest, um das wirksamste Medikament zu finden. Oft werden dann zusätzlich zur lokalen Therapie, Tabletten eingesetzt.

Viele Patientenbesitzer beklagen sich darüber, dass man beim Einträufeln der Ohrentropfen nicht sieht, wie viele Tropfen ins Ohr gelangen. Seit kurzem gibt es ein Medikament in einer Art Dosierspritze, was die Anwendung sehr erleichtert.

Hunde mit Stehohren haben zwar im Gegensatz zu den schlappohrigen Kollegen viel seltener eine Ohrenentzündung, dafür aber häufiger mal einen Fremdkörper, wie z.B. Grannen im Gehörgang.