Neues Hundegesetz im Jahr 2016

Anni Warfen Aktuelle Themen, Wissenswertes

Das neue Hundegesetz gilt seit dem 1. Januar 2016 in Schleswig-Holstein. Dies betrifft besonders die Änderungen bezüglich der Gefährlichkeitseinstufung und die Pflicht zur Versicherung und Kennzeichnung der Hunde.

So werden Hunde seit dem 1.Januar 2016 nur noch als gefährlich eingestuft, wenn sie als auffällig in Erscheinung treten. Das bedeute, dass das Auftreten eines Hundes mit aggressiven Verhalten ausschlaggebend für die Gefährlichkeitseinstufung ist.

Vorher war dies durch eine klare Rassenliste gekennzeichnet, auf der sich Pitbull, Terrier, Bullterrier, American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier wiederfanden. Diese Einteilung sammelte über die Jahre zunehmende Kritik ein, sodass der Gesetzesgeber sich nun mehr an der Realität orientiert. Es wird darauf geachtet, welcher Hund wirklich im Alltag aggressives Verhalten an den Tag legt. Für den Hundebesitzer und seinen Hund bedeutet dies, dass ein auffällig gewordener Hund durch eine individuelle Beurteilung als gefährlich oder nicht gefährlich eingestuft wird. So löst sich das Gesetzt von der vorherigen Rassenliste, die bestimmte Rassen als gefährlich einstufte. Ämter müssen über unzulässiges Verhalten eines Hundes gegenüber Mensch, Hund oder anderen Tieren informiert werden.

Die Behörde kann bei einem angehenden Verdacht auf Kosten des Besitzers eine Begutachtung durch einen Tierarzt verordnen. Wird dabei die Gefährlichkeit des Hundes festgestellt, ist der Besitzer verpflichtet, sich die Erlaubnis der Hundehaltung einzuholen. Zudem werden sowohl eine theoretische wie auch ein praktische Sachkundeprüfung mit dem Hund verlangt. Sollte der Hundebesitzer eines gefährlich eingestuften Hundes dieser Forderung nicht nachgehen, wird ihm der Hund abgenommen. Auch Hundebesitzer nicht gefährlicher Hunde können diese Prüfung ablegen und erhalten als positives Resultat eine erniedrigte Hundesteuer. Bei gefährlich eingestuften Hunden erhöht sich die Steuer.

Mit der Gefährlichkeitseinstufung eines Hundes geht einher, dass der Besitzer für ein ausbruchsicheres Grundstück zuständig ist. Außerdem ist er verpflichtet, seinen Hund außerhalb dieses Geländes an der Leine und mit einem Maulkorb zu führen. Das Tragen eines Maulkorbs kann durch das Bestehen eines Wesentests aufgelöst werden. Für diese Hunde besteht die Möglichkeit nach zwei Jahren eine Resozialisierung durchzuführen. Hierfür muss der Hund einen Wesenstest und die Überprüfung durch den Tierarzt positiv abschließen.

Für alle Hundebesitzer gilt weiterhin: Ihre Hunde so zu halten, dass von ihnen keine Gefahr gegenüber anderen Lebewesen ausgeht. Die Leihnenpflicht an vielen öffentlichen Orten ist stets einzuhalten. Zudem sollte der Hundehalter durch Kennzeichnung am Geschirr oder Halsband erkenntlich werden. Jeder Hundehalter ist dazu verpflichtet, Verunreinigungen, die durch seinen Hund entstanden sind , unverzüglich zu beseitigen. Die Mitnahme von Hunden ist nicht in allen Einrichtungen erwünscht und dieser Forderung sollte nachgegangen werden. Jedem Hundehalter ist es untersagt, seinen Hund zu einer erhöhten Aggressivität auszubilden.

Eine weitere Auflage des Gesetzes für alle Hundebesitzer ist die Abschließung einer Haftpflichtversicherung für den Hund. Somit müssen alle Hunde mit mindestens 500.000 € Personenschaden und mindestens 250.000 € Sachschaden versichert sein. Besondere Härtefälle sind hier von befreit. Wann ein Härtefall vorliegt, kann bei der zuständigen Behörde erfragt werden. Zudem muss seit diesem Jahr jeder Hund ab dem dritten Lebensjahr gechipt werden. Dieser Chip mit einem 15-stelligen Code wird dem Hund vom Tierarzt unter die Haut impliziert und dient der Wiedererkennung. Spezielle Lesegeräte können den Code lesen und den Hund somit identifizieren. Außerdem ist es sinnvoll sich im kostenlosen Tierregister einzutragen, beispielsweise bei Tasso oder dem deutschen Tierschutzverband.

Alle Hundebesitzer, die ihre Hunde nicht rechtzeitig chipen oder versichern, riskieren eine Geldbuße. Verstöße gegen das neue Gesetz werden bei allen Hundebesitzernmit bis zu 10.000 € geahndet.

(Bauernblatt 2016: Haustier)