Mein Hund hat Stress

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Interessantes, Wissenswertes

Hunde können wie Menschen Stress ausgesetzt sein. Meistens sind sie dafür nicht selbstverantwortlich. Der Mensch trägt einen großen Anteil dazu bei, dass ein Hund Stress hat. Dennoch wird bei einem unschönen Verhalten meist dem Hund die Schuld gegeben. Doch wer ist da eigentlich der wahre Übeltäter, Herrchen und Frauchen sollten sich das mal selbst hinterfragen!

Viele Besitzer sind ununterbrochen bemüht, dem Hund genügend Auslastung zu bieten. Der Hund hetzt von einem Spiel ins nächste. Muss diese Trainingsstunde besuchen und die andere Spielgruppe. So einem Stress ist kein Wolf ausgesetzt. Daher ist es auch ganz klar, dass der Hund ohne Ruhe pausen Stress hat.  Ganz verständlich also, dass der Hund beim tausendsten Mal  Rufen zum Spielen, kläffend aufspringt und sich seiner Stresshormone entleeren versucht.  Da ist es ganz wichtig, den Stress zu  reduzieren. Dies klappt am besten, wenn der Hund sine notwendigen Ruhepausen zum Schlafen und Erholen bekommt. Dazu benötigt er einen ruhigen Rückzugsort, an dem er zur Ruhe kommen kann ohne gestört zu werden. 

Doch auch die Unterforderung des Hundes kann zu Problemen führen. Bei unzureichender Auslastung bekommen die Hunde Stress. Sie ziehen an der Leine oder bellen ständig. Dafür werden sie zu allem Übel auch noch ermahnt. Der Hund sollte am Tag bewegt werden.  Die kann durch Spaziergänge und Spielaktivitäten passieren. Zudem sollte er möglichst viel am Alltag seiner Familie beteiligt sein. 

Auch das ständige klingeln der Haustür mit immer neuen Leuten und Besuch kann den Hund in eine stressige Situation bringen. Immer wieder muss er schauen, wer da kommt und ob dieser geduldet werden darf. So muss er natürlich sein Revier verteidigen vor all diesen unbekannten Personen, die nicht zum Rudel gehören. Dann wird der Hund immer wieder von der Tür weggeholt und zu Ordnung gerufen. Daher ist es kein Wunder, dass die Hunde anfangen zu bellen und vielleicht auch mal zu schnappen. Sie wissen vor lauter Stress durch beschützen, entscheiden und die Reaktion von Herrchen nicht mehr was los ist.  Deshalb sollten Hunde langsam an die Situation des Türöffnens gewöhnt werden. Es sollte möglichst stressfrei gestaltet werden. Am sinnvollsten ist es, die Show des Hundes nicht zu beachten. Es wird sich mit der Zeit legen. Er wird begreifen, dass das Türöffnen nicht stressig ist und sich beruhigen. 

Auch der alltägliche Lärm um uns und unseren Hunden bedeutet Stress für sie. Dabei ist es für jeden Hund ein anderes Geräusch, das bei ihm besonders viel Stress auslöst. Dem einem macht das laute Motorrad nichts aus. Der andere hat großen Stress damit. Dafür gibt es viele Bespiele. Auch das Alleinsein kann so eine angstauslösende Situation sein. Hunde sollten deshalb langsam an diese Gegebenheiten gewöhnt werden. Geräuschen kann man sich langsam über Tage hinweg immer etwas weiter nähren, bis man schlussendlich dicht dran ist. Dasselbe gilt für das Alleinsein. Erst geht man nur außer Sichtweise. Die Länge und Distanz des Wegbleibens werden dann Schritt für Schritt erhöht.

Auch die zweimalige Läufigkeit der Hündinnen ist für sie und auch für Rüden in der Nähe ein Stresspotenzial. In dieser Zeit hilft es nur, in einer anderen Gegend spazieren zu gehen. So ist der Hund dem Geruch nicht mehr ausgesetzt.