Komm und spiel‘ mit mir! – Teil 1

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

In diesen Teilen möchten wir euch das Thema  „Spielen mit dem Hund“ etwas näher bringen. Zum Teil werdet ihr einiges schon aus den Gehorsamsstunden kennen, trotzdem taucht immer einmal die eine oder andere Frage auf.

Warum soll ein Hund spielen?

Für junge Hunde ist das Spielen mit Artgenossen (wenn sie sozial verträglich sind) beson- ders wichtig. Verschiedene Fähigkeiten werden erlernt und verbessert, und der Hund so „auf die Welt“ vorbereitet. Aber auch ältere oder alte Hunde sollten nicht ganz auf ein Spiel ver- zichten, damit sie geistig und körperlich fit bleiben.

Unser Bericht bezieht sich mehr auf das Spiel mit dem Menschen, aber es bestehen durchaus Parallelen zum Spiel mit Artgenossen.
Spielen mit dem Hund trägt zur Bindung bei. Je öfter ihr mit eurem Hund spielt, desto besser lernt ihr, ihn zu „lesen“, umgekehrt gilt dies aber genauso.

Spielregeln

Der erste Satz „Komm und spiel‘ mit mir“ sollte niemals von eurem Hund ausgehen, sondern immer von euch. Es ist ganz wichtig, dass ihr die Spielregeln aufstellt, d. h. ihr bestimmt den Anfang, das Ende, womit und wie lange gespielt wird.

Jeder von uns kennt es, wenn unser Vierbeiner einen Ball oder sonstiges Spielzeug an- schleppt und es uns vor die Füße wirft. Das solltet ihr ignorieren und einige Zeit später den Hund zu euch rufen und selbst ein Spiel beginnen. Das Spiel sollte stets spannend, ab- wechslungsreich und nicht zu ermüdend sein. Dazu aber mehr im nächsten Teil.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist! Dieser Satz sollte euch noch von der Arbeit mit dem Hund in Erinnerung sein, er gilt auch für das Spielen. Wenn der Hund plötzlich das Spielzeug nimmt und sich damit in eine Ecke legt, war die Spieleinheit deutlich zu lang. Kurze Einheiten dagegen steigern die Erwartungshaltung.

Für ein Spiel zwischen Hund und Halter sind Spielzeuge, die wir Menschen greifen und mit dem Hund ein tolles Zerrspiel beginnen können, optimal.  Bälle, das klassische Spielzeug, gehören leider nicht dazu.

Bei einem Zerrspiel imitieren wir einen Beutestreit. Selbst dieser kann von uns in Regeln gepackt werden. Ihr werdet schnell merken, wieviel Freude der Hund daran hat, denn wenn ich im Spiel das Spielzeug werfe, sollte der Hund nur ein Ziel haben – schnell zur „Beute“, packen, umdrehen und schnellstens zum Menschen, damit der Spaß losgehen kann!