Knaller- und Böllerangst zu Silvester

Wilma Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Gesundheit, Interessantes, Wissenswertes

Die Tage rund um Silvester sind für einige Hunde und ihre Halter purer Stress. Das laute Geknallere und die umherfliegenden Böller versetzen diese Vierbeiner in Angst und Schrecken. Oft wissen auch ihre lieben Menschen gar nichts mehr mit den Hunden anzufangen. Sie sitzen zittern in der Ecke oder laufen vor Angst davon. 

Ist dem Hundehalter die Silvesterangst seines Hundes bereits bekannt, sollten diese Tage im Jahr sinnvoll vorbereitet und die Zeit bis dahin gut genutzt werden. Es heißt also nicht erst am entsprechenden Tag handeln, sondern Vorbereitung ist alles. Meist beginnt die Knallerei schon ein zwei Tage vor Silvester mit dem Verkauf der Knaller und an Neujahr werden nochmal alle nicht gezündeten Böller gestartet. Somit ist der Lärm auch vor und nach Silvester da.

Zu allererst gilt an den Tagen rund um Silvester absolute Leinenpflicht. Auch noch so entspannte Hunde können überraschend einen Knaller zwischen die Pfoten bekommen oder sich vor einer lauten Explosion erschrecken. Sie laufen aus Panik weg und sind nicht mehr auf zu finden. Daher Leine dran!

Gerade Höhlen bieten den Hunden Schutz und Geborgenheit. So eine sollte schon einige Tage vor der Knallerei aufgestellt werden. Eine Box ist eine hervorragende Höhlenvariante. Dort wird der Hund dann die Tage bis Silvester mit vielen leckeren Köstlichkeiten verwöhnt (Je früher man mit der positiven Gewöhnung beginnt, desto besser ist es für den Hund.). So wird er die Höhle schnell als etwas Schönes auffassen und sich von selbst dorthin begeben. Am entscheidenden Tag werden natürlich Fenster und Türen verriegelt. Musik kann die laute Geräuschkulisse abdämpfen und natürlich dürfen die Leckereien nicht fehlen. So ist der Hund gut geschützt.

Die Hunde können zum Beispiel auch durch Desensibilisierungs- CD’s auf die laute Zeit vorbereitet werden. Wichtig dabei ist jedoch, dass dies schon lange vor Silvester begonnen wird, damit der Hund am Silvestertag ruhig bleibt. Natürlich können auch Bachblütentropfen oder auch Beruhigungstabletten dem Hund helfen, zur Ruhe zu kommen. Diese sollten jedoch immer in Absprache mit einem Tierarzt verabreicht werden, da jedes Tier eine andere Zusammensetzung benötigt. Zudem wirken diese Präparate auf lange Zeit. Das bedeutet, es muss rechtzeitig vor Silvester mit der Verabreichung begonnen werden. Nur so kann am entscheidenden Tag eine Wirkung erzielt werden. Es können zudem Unverträglichkeiten aufkommen, auch dies sollte alles vor dem 31.12. abgeklärt sein!

Man kann sich und dem Hund es natürlich auch ganz einfach machen und geht oder fährt über Silvester an einen Ort, an dem das Böllern nicht erlaubt ist. Das kann in der Nachbarschaft bei einem Reetdachhaus sein oder beim Seniorenwohnheim. Auch ein Kurztrip kann helfen, dem Krach zu entfliehen. Auf vielen deutschen Inseln ist das Knallern nicht erlaubt und Hund und Mensch können die Tage so entspannt verbringen. Um einen dieser begehrten Plätze zu bekommen, heißt es rechtzeitig buchen. Viele Pensionen nehmen über Silvester auch Besucher für eine Nacht. Nicht vergessen zu fragen, ob Hunde überhaupt erlaubt sind.

Ist alles schon zu spät, Silvester ist gekommen und der Hund konnte nicht entsprechend vorbreitet oder „evakuiert“ werden, hilft alles nichts. Da müssen Hund und Mensch nun durch. Fenster und Türen sollten verdunkelt und ein Fernseher oder ein Musikgerät eingeschaltet werden. Diese können Lärm abdämpfen und übertönen. Bis kurz vor der Mitternachtsstunde sollte ordentlich mit dem Hund gespielt werden. Gute Laune ist das Wichtigste. Beginnt dann die gefürchtete Knallerei regnet es für den Hund alle leckeren Sachen, die im Haus sind und ein Hund vertragen kann. Käse und Putenwurst eignen sich zum Beispiel. Gleichzeitig wird ordentlich Party gemacht. Jegliche Verrenkungen und lustigen Geräusche, die den Hund ablenken, sind erlaubt.

Doch ganz entscheidend an den Silvestertagen ist die Ausstrahlung des Menschen selbst. Die Ruhe und Gelassenheit des Menschen überträgt sich auch auf den Hund. Ein Mensch der schon Tage vor Silvester Panik schiebt, wird seinen Hund nur noch unruhiger machen. Seien wir Vorbild und helfen unseren Hunden durch die laute Zeit.