Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Wie bei uns Menschen, gibt es auch bei unseren Hunden den Schnupfen. Der Nasenausfluss ist in unkomplizierten Fällen von wässeriger Beschaffenheit und oft von Niesattacken begleitet. In diesem Fall ist keine Behandlung erforderlich. Der Schnupfen heilt nach 2-3 Tagen von selbst ab. Dauert er länger und verändert sich die Konsistenz des Nasensekrets hin zum eitrigen, oder gar blutig-eitrigen, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Meist sind dann auch die Nasennebenhöhlen erkrankt. Ein Röntgenbild ist notwendig. Eventuell muss ein Antibiotikum eingesetzt werden. Schleimhautabschwellende Medikamente aus der Humanmedizin unterstützen die Heilung. Daneben wirkt das Einatmen von Wasserdampf oder das Vernebeln einer 0,45% Kochsalzlösung förderlich. Ursache von Nasenausfluss kann auch mal ein Fremdkörper sein (Grannen, Gras).Meist ist der Ausfluss dann einseitig. Auch Zahnvereiterungen oder Tumore können die Ursache sein. Bei Junghunden mit chronischem Schnupfen und Bronchitis muss man an eine angeborene Störung der Flimmerhärchen im Atemtrakt denken.

Die Mandelentzündung (Tonsillitis) entsteht meist durch Zugluft. Die Mandeln spielen eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr. Sie sind die Polizei im Rachen und setzten sich mit eingetretenen Viren und Bakterien auseinander. Besonders bei jungen Hunden (bis zu 2 Jahren), die sich wie Kinder mit neuen, dem Immunsystem unbekannten Krankheitserregern auseinandersetzen, sind die Mandeln entzündet und somit vergrößert. Folgende Symptome sind typisch: Würgen beim Schlucken, Speicheln und Reiben mit der Pfote in der Halsgegend, Kopfschütteln. All das ist, als ob die Tiere einen Fremdkörper im Hals los werden wollen. Wenn Fieber vorliegt, sind das Allgemeinbefinden und der Appetit reduziert. Wenn auch die Atmung beeinträchtigt ist, spricht man von Angina. In leichten Fällen hilft Wärme, ein Schal. In ernsteren Fällen kommen Antibiotika und Schmerzmittel dazu. Manche Hunde bekommen immer wieder Mandelentzündung, chronische Fälle. Ein uraltes Mittel ist die Bepinselung mit10% Jod-Glycerinlösung. Die Prognose ist gut, außer bei den kurzköpfigen Rassen: Möpse, Bulldoggen usw.. Durch die engen Verhältnisse im Nasen-Rachenbereich fallen die Mandeln vor, wie aus einer Tasche und entzünden sich chronisch. In diesem Fall hilft nur ein chirurgischer Eingriff.

Der Zwingerhusten Ist eine hochansteckende Hundekrankheit. Die Bezeichnung kommt vom Vorkommen in Massenhaltungen; Dazu zählen Hundezuchten, Tierheime etc.. Jeder Hund kann sich anstecken, auch ein Familienhund. Die Ansteckung kann sogar beim Schnuppern erfolgen. Der Zwingerhusten wird nicht durch einen Krankheitserreger hervorgerufen, sondern durch eine Vielzahl von Viren und Bakterien. Je nachdem welche Erreger beteiligt sind, variiert die Inkubationszeit von wenigen Tagen bis Wochen. Die Hunde bekommen einen trockenen, heftigen Husten. Er lässt sich ganz spontan durch Druck auf die Luftröhre auslösen. Das Allgemeinbefinden ist ungestört und der Husten heilt nach 2 Wochen spontan ab. Der Patient sollte Ruhe haben. Positiv auf die Heilung wirken sich Raumluftbefeuchter(Aerosolgerät) aus.
Komplikationen können entstehen, wenn Fieber dazu kommt, oder sich eine Lungenentzündung entwickelt. Dann setzt der Tierarzt Antibiotikum ein. Da die Krankheit hochansteckend ist, sollte Hundekontakt streng vermieden werden. Zur Prophylaxe ist die Impfung ratsam. Es gibt den Impfstoff als Injektion oder lokal zum Auftragen in die Nase. Bei jedem trockenem Husten muss man heute auch an den Befall mit Lungenwürmern denken. Zwischenwirt sind Schnecken, die die Hunde fressen. Die Zunahme der Schnecken ist durch den Klimawandel bedingt. Wenn diese Erkrankung nicht erkannt wird, endet das für den Hund tödlich.

Übrigens können menschliche Influenzaviren am Zwingerhusten beteiligt sein. Die Infektion erfolgt vom Menschen auf den Hund und nicht umgekehrt.