Hundehaftpflicht: Sonderfall Listenhund

Anni Warfen Aktuelle Themen, Wissenswertes

Die Hundehaftpflichtversicherung wird seitens Versicherungsexperten immer wieder jedem Hundebesitzer wärmstens empfohlen. Schließlich ist der Halter auf der Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuches für den Vierbeiner schadenersatzpflichtig. Allerdings wird nicht jeder Hund in einer Hundehaftpflicht ohne Weiteres versichert.

Besitzer von Kampfhunden haben es in der Regel wesentlich schwerer als die Halter eines Golden Retriever, für den geliebten Vierbeiner eine passende Versicherung zu finden. Nicht wenige Hundehaftpflichtversicherer schließen sogenannte Listenhunde aus. Das vermeintliche Risiko ist den Versicherern schlicht zu groß. Hier bleibt nur der Abschluss einer Spezialversicherung, die allerdings deutlich teurer als eine „normale“ Police sein kann.

Wer nach einer passenden Hundehalterhaftpflicht für seinen Listenhund sucht, sollte aber nicht grundsätzlich gleich den erstbesten Vertrag unterschreiben, sondern sich auch schlaumachen, was die Konkurrenz zu bieten hat. Dabei geht es nicht zwangsläufig um eine niedrigere Prämie – es stehen die Leistungen im Vordergrund. Wie die Höhe der Deckungssumme.

Hundehaftpflicht und Deckungssumme
Insbesondere die Summen für Personenschäden sollten einen gewissen Mindestbetrag nicht unterschreiten, da sie im Ernstfall teuer werden können. 3 Millionen EUR reichen für den Grundschutz, wer mehr will – insbesondere für seinen Listenhund – kann bis zu 10 Millionen EUR in der Hundehaftpflicht absichern. Natürlich steigt in einem solchen Fall der Beitrag. Kein Problem, gebe ich einfach eine andere Rasse an!

Wer so denkt, muss im Versicherungsfall damit rechnen, von der Hundehaftpflicht im Stich gelassen zu werden. Schon aus Gründen der eigenen finanziellen Sicherheit ist es daher ratsam, gegenüber dem Versicherer mit offenen Karten zu spielen. Oder man riskiert im Ernstfall den Versicherungsschutz. Übrigens: Aufgrund der Tatsache, dass sich die Haftungsrisiken an der Rasse orientieren, ist beim Rassewechsel dringend zum Kontakt zur Versicherung geraten.

Mehr Informationionen unter: http://www.finanzen.de/hundehaftpflicht.html

Was, wenn es ungewollt zum Deckakt kommt?
In einem solchen Fall kann man sich als Hundehalter nur bedingt auf die Hundehalterversicherung verlassen. Zumindest, wenn man ohne Blick ins Kleingedruckte einfach die Police unterschrieben hat. Nicht jede Hundehaftpflicht schließt den Deckakt – ob nun gewollt oder ungewollt – ein. Und jeder Hundebesitzer weiß, wie schnell es dazu kommen kann. Sich im Vorfeld gewissenhaft mit der Hundehaftpflichtversicherung zu beschäftigen, spart am Ende nicht nur Geld, sondern auch Ärger und Zeit, die Hundehalter mit ihrem Vierbeiner verbringen können.