Hunde brauchen artgerechte Beschäftigung

Wilma Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Wissenswertes

Das erste was ein neuer Hundebesitzer hört, wenn er von einem anstehenden Welpenkauf/ Hundekauf berichtet: Hast du denn überhaupt die Zeit dazu? Doch was ist eigentlich damit gemeint, ob wir Zeit für unseren Hund haben. Es geht also meistens um die richtige Auslastung für den Hund. Für viele beinhaltet das, drei Mal am Tag Spazierengehen und einmal Ball werfen. Klar sagen wir uns da. Vor der Arbeit kann ich spazieren gehen und mittags fahre ich nach Hause für eine Gassirunde und am Abend nochmal die große Runde mit Ball werfen. Da hat man den Hund doch schon ordentlich ausgelastet und viel Zeit investiert. Doch Hunde brauchen mehr als stumpfes Geradeauslaufen. Sie benötigen eine richtige Beschäftigung, die neben der Bewegung vor allem auch den Kopf anregt. 

Viele Hundebesitzer gehen stundenlang mit ihren Hunden spazieren. Da müsste er ja eigentlich ausgelastet sein. Allerding wird durch dieses intensive Spaziergehen nur die Bewegung trainiert. Natürlich wird der Hund mehr und mehr das Spaziergehen einfordern. Das liegt aber daran, dass der Hund mehr und mehr Kondition aufbaut und daher immer weiter laufen möchte. Also müde werden ist das eher weniger. Doch der Hund benötigt Abwechslung.

Gerade bei den Wölfen ist zu sehen, dass diese sich gar nicht so extrem viel bewegen. Natürlich gehen sie gemeinsam auf die Jagd. Dort sind sie sehr aktiv und in voller Bewegung. Der gesamte Bewegungsapparat ist involviert und eine gute Kondition ist wichtig. Doch diese Jagd kommt nur manchmal vor. Die meiste Zeit des Tages bewegen die Wölfe sich weniger und ruhen vor allem viel. Schon die Welpen bekommen eine Zurechtweisung und werden aufgefordert zu lernen, sich für die Jagd auszuruhen, wenn sie zu viel spielen.  Was die Wölfe aber auch viel machen, ist Kopfarbeit. Sie haben immer ein Auge auf möglich Feinde und Gefahren und müssen Nahrung finden und ähnliches. All das ist eine starke Arbeit im Kopf.

Vieles von den Wölfen steckt auch noch in unseren Hunden. Daher ist es wichtig, die Hunde weder zu überfordern noch zu unterfordern. Dazu ist es erst einmal wichtig, dass die Hunde ausreichend Schlaf bekommen und das sind bis zu 16 Stunden am Tag. Wir sollten auch nicht vergessen, dass die Hunde meist erst mit uns richtig anfangen zu schlafen. Gehen wir also gegen 10 Uhr ins Bett, schläft auch der Hund erst dann so richtig fest. Stehen wir um sechs Uhr wieder auf, hat der Hund gerademal acht Stunden geschlafen.

Und wie sieht nun nach dem ausreichenden Schlaf die richtige Beschäftigung aus? Wir haben schon gelernt, dass Hunde mehr brauchen als Gassi gehen. Das normale Spaziergehen hat zudem nicht viel mit einer gemeinsamen Aktivität zwischen Hund und Mensch zu tun. Der Hund ist nur mit einer Leine mit dem Hundeführer verbunden und jeder macht sein Ding. Richtig etwas erleben mit seinem besonderen Menschen macht der Hund dabei nicht. Er erkundet die Welt alleine und sein Mensch hängt langweilig hinten dran. Nur dieses Spaziergehen reicht dem Hund nicht. Ansonsten kann es bei ihnen zu Frust kommen und sie zerlegen ihre Decke oder gleich das gesamte Sofa oder suchen sich am Gartenzaun Menschen die verbellt werden. Es kann auch soweit kommen, dass sie psychisch auffällig werden. Damit es soweit gar nicht erst kommt, sollte die Beschäftigung abwechslungsreich sein. Neben ein paar Gehorsamsübungen, eignen sich auch sehr gut Suchs

 

piele. Im Garten, Haus oder der Natur lassen sich viele Verstecke finden, in denen der Hund die Leckerlis oder das Spielzeug finden kann. Zwischen durch sollte der Hund auch sich kurz wieder frei bewegen können, um dann eine neue Übungseinheit zu starten. Diese Kopfarbeit lastet die Hunde effektiv aus und macht sie ausgeglichen. Sie lässt sich auch sehr gut in einen Spaziergang einbauen. Dazu gibt es in den Artikeln Abenteuerspaziergang der Extraklasse Teil 1 und Abenteuerspaziergang der Extraklasse Teil 2 mehr. 

Gerade wenn dem Hund die Möglichkeit geboten wird, sich auszuprobieren und zu zeigen, was er alles kann, wird er sich freuen und Spaß haben. Dabei kann auch immer gerne mit einem Spielzeug gespielt werden.

Doch es muss bei aller Beschäftigung darauf geachtet werden, dass der Hund viele und genügend Ruhephasen am Tag erhält. Eine Dauerbespaßung ist nicht gut für den Hund. Er wird nicht mehr von alleine zur Ruhe kommen und das ist eigentlich sehr wichtig. Hunde schlafen nun mal die meiste Zeit des Tages und das sollten sie auch tun. Mit der richtigen Auslastung  und genügend Ruhe kommt der Hund ins Gleichgewicht und fühlt sich wohl.