Hitzschlag – Teil 1

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Ein Hitzschlag (Hyperthermie) entsteht, wenn der Körper zu viel Wärme produziert oder ihm zu viel Wärme zugeführt wird. Ersteres kann an warmen Tagen bei jeder Form von Hundesport, wie Radfahren, joggen, Agility usw. passieren. Dabei wird Wärme produziert und Muskulatur besser, die Haut schlechter durchblutet und somit die Wärmeabgabe über die Körperoberfläche behindert. Besonders durch Aufenthalt im parkenden Auto entsteht schnell ein Wärmestau. Bei 24 Grad Außentemperatur genügen schon 20 Minuten, um die Innentemperatur auf 50 Grad zu steigern.

Der Hund reguliert seine Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln, da ihm Schweißdrüsen so gut wie fehlen. Zusätzlich wird er bei Wärme kühle Plätze, wie Fliesen, aufsuchen und sich durch Belecken befeuchten ( Verdunstungskälte ). Seine normale Körpertemperatur beträgt 37,5-39,0 Grad. Es gilt, je kleiner die Hunderasse, desto höher die Körpertemperatur. Besonders gefährdet, einen Hitzschlag zu bekommen, sind kurzköpfige Rassen, z.B. Boxer oder Möpse, weil bei ihnen Atmung und somit auch das Hecheln erschwert sind.

Woran erkenne ich, dass der Hund einen Hitzschlag hat?
Die Symptome sind vielfältig: Die Körpertemperatur mit dem Fieberthermometer gemessen steigt auf Werte über 40 Grad an. Das Tier hechelt stark, speichelt, die Maul- und Augenschleimhäute sind hochgradig gerötet. Viele Tiere erbrechen und zeigen Epilepsie-ähnliche Krampfanfälle. Es können sogar Herzrasen und Herzrhythmusstörungen auftreten. Der Kreislauf reagiert wie bei einem Schock.

Was ist zu tun?
Zunächst kühlen wir den Hund mit feuchten Tüchern oder mit kühlen Wasserduschen. Kein Eis und auch kein eiskaltes Wasser, denn dadurch ziehen sich die Blutgefäße in der Haut zusammen und verhindern so die Wärmeabgabe über die Körperoberfläche. Eventuell sind leichte Hautmassagen angezeigt, um die Durchblutung zu fördern. Falls vorhanden kann man Alkohol auf dünn behaarte Stellen (Pfoten, Achsel-und Leistengegend) aufträufeln. Der Alkohol verdampft und entzieht dem Körper Verdunstungskälte. Bieten Sie dem Hund lauwarmes Trinkwasser an. Hat sich der Zustand stabilisiert, sollte auf jeden Fall der Tierarzt aufgesucht werden. Flüssigkeitsersatz in Form einer Infusion, sowie die Überprüfung der Organfunktionen sind ganz wichtig. Vielleicht ist sogar eine Schockbehandlung nötig. Damit es gar nicht dazu kommt, sollten wir unsere hundeaktive Zeit in die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegen und das Autofahren mit dem Hund bei Hitze unterlassen.

Ein Sonnenstich ist übrigens eine Überhitzung des Gehirns und kommt beim Hund selten vor. Ein Sonnenbrand auf einer weißen Nase ist schon häufiger. Schutz bieten Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor.