Giardia – ein Darmparasit – Risiko für Hund und Mensch

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Giardien (Lamblien) sind einzellige Parasiten des Dünndarms bei Tieren und Menschen. Früher war dieser Durchfallerreger besonders im Mittelmeerraum angesiedelt, ist heute jedoch auch bei uns stark verbreitet, besonders in Tierheimen und Zwingeranlagen. Bei Welpen und Junghunden soll die Befallsrate bis zu 50% betragen. Zu einer Durchfallserkrankung kommt es nur bei immunschwachen Tieren, d.h. besonders bei jungen Hunden. Immunstarke, erwachsene Tiere können mit Giardien infiziert sein, ohne zu erkranken, scheiden aber den Erreger aus und gefährden damit gesunde Tiere und Menschen.

Der Durchfall ist schleimig, mit Gasbläschen durchsetzt und riecht ranzig, er kann auch blutig sein. Übliche Medikamente versagen bei der Therapie. Die Hunde magern stark ab und scheiden die infektionstüchtigen Zysten mit dem Kot aus. Für die Prophylaxe ist es wichtig, Ausläufe und Zwinger täglich zu reinigen, sowie regelmäßig zu desinfizieren. Da die Giardiose laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) zu den Zoonosen ( Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden ) gehört, sollten unsere Hunde nicht nur gegen den üblichen Wurmbefall, sondern im Bedarfsfall auch gegen Giardien behandelt werden. Der Tierarzt kann die Infektion an Hand einer Kotprobe oder immunologisch mittels eines Antigennachweises feststellen. Langhaarige Hunde sollten shampooniert werden, weil die Zysten auch am Fell haften. Schon 10 Zysten reichen aus, um eine Infektion auszulösen.
Beim Menschen sind besonders Kinder betroffen, da ihr Immunsystem noch unreif und ihr Tierkontakt oft enger als bei Erwachsenen ist. Nach einer Inkubationszeit von 12-20 Tagen kommt es zu Blähungen, Übelkeit, leichtem Fieber und fettreichen, schleimigen Stuhl.
Das Mittel der Wahl beim Hund ist Panacur 50mg/kg über einen Zeitraum von 3-6 Tagen mit etwas Futter.

Eine geringere Erfolgsrate weist das Medikament Clont ( Wirkstoff: Metronidazol ) auf. Die Dosierung beim Hund beträgt 25mg/kg zweimal täglich über 5 Tage. In hartnäckigen Fällen muss die Behandlung wiederholt werden. Metronidazol wird auch beim Menschen eingesetzt.
Die Prognose ist günstig. Hygiene, wie Händewaschen nach dem Hundestreicheln, sowie vor dem Essen sollte selbstverständlich sein.