Gefahr: Schneckenkorn, Spritzmittel und Dünger im Garten und auf dem Feld

Anni Warfen Aktuelle Themen, Wissenswertes

In 90% aller Fälle ist tierische Neugierde die Ursache für Vergiftungen und nicht die böse Absicht des Menschen!

SCHNECKENKORN enthält 6-10% Metaldehyd, auch Trockenspiritus genannt. Es schmeckt süß. Wenn es nur 3,5% Metaldehyd enthält, wird das Schneckenkorn giftklassefrei verkauft. Trotzdem kann es Vergiftungen hervorrufen. 30-60 min. nach Giftaufnahme, kommt es bei den Hunden zu Speicheln, Erbrechen und Durchfall.1-3 Stunden später entstehen Lähmungen der Nachhand, Krämpfe, Kiefersperre, Fieber. Das Bewusstsein ist getrübt. Der Tierarzt führt eine Entgiftung durch. Der Magen wird gespült, es werden Klistiere verabreicht und Aktivkohle eingegeben.

SCHÄDLINGSBEKÄMPFUNGSMITTEL (Insektizide). Die meisten enthalten organische Phosphorsäureester. Symptome entstehen beim Einatmen sofort, bei oraler Aufnahme nach ½ Stunde. Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Zittern und Krämpfe sind die Symptome. Am auffälligsten sind die klein gestellten Pupillen. Hier gibt es ein Gegenmittel, das Atropinsulfat, welches neben Kohle und Glaubersalz eingesetzt wird.
Carbamate sind ebenfalls Insektizide und vor allem für Windhundartige besonders gefährlich. Sie lösen wie fast alle Gifte Durchfall und Erbrechen aus, daneben kann es aber auch zu einer lebensbedrohenden Atemnot kommen.
Amitraz ist nicht nur im Pflanzenschutz, sondern auch in Zeckenmitteln enthalten. Bei Überdosierung kommt es zur Muskelerschlaffung, Blutdruckabfall und der Herzschlag verlangsamt sich. Das Gegenmittel heißt Antisedan.

UNKRAUTVERNICHTUNGSMITTEL (Herbizide). Das bekannte Unkraut EX ist schon lange verboten. Gramozone enthält Paraquat und ist hochgiftig. Neben Leber-und Nierenversagen bildet sich eine tödliche Lungenfibrose. Seit Juli 2007 herrscht Anwendungsverbot.
Round up enthält Glyphosat. Bekannt ist, dass es die Zellteilung stört und das Einatmen das Krebsrisiko erhöht. Wenn Hunde große Mengen aufnehmen, bekommen sie Durchfall und Erbrechen. Bei der Aufnahme von 100-500mg/kg KGW verkleinert sich die Hypophyse nach 1 Jahr.

DÜNGER: Düngemittel enthalten vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium. Sie können Schleimhautreizungen an den Augen und im Verdauungskanal hervorrufen. Das gilt auch für Blaukorn. Den Naturdüngern aus Hornspänen ist oft Rizinusschrot als Stickstofflieferant zugesetzt. Da die Hunde Hornspäne gerne fressen, kann es zu gefährlichen Vergiftungen kommen.

Bei allen Vergiftungen gilt: Entgiften ist die wichtigste Maßnahme!

Das geschieht durch das Auslösen von Erbrechen, Magenspülungen, Klistiere, Infusionen und der Gabe von Carbo medicinalis, Aktivkohle. Am besten als Granulat in Wasser gelöst eingeben. Sie bindet das Gift durch ihre große Oberfläche. Keine Milch! Sie fördert die Giftaufnahme im Darm.

Quelle: Giftzentrum-Nord www.giz-nord.de