Gefahr durch Giftraupe: Der Eichenprozessionsspinner

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Der Eichenprozessionsspinner gehört zu den Faltern. Seine Flügelspannweite beträgt 30-36 mm. Während er früher nur auf der Iberischen Halbinsel ( Spanien, Portugal ) lebte, existiert er nun auch bei uns in Deutschland. Betroffene Bundesländer sind vor allem Bayern, Baden-Würtemberg, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Jetzt findet man ihn schon in Niedersachsen und Schleswig Holstein.

Der Falter legt 100-200 Eier in die Baumkronen von Eichen und eventuell Hainbuchen. Dabei bevorzugt er die am Waldrand oder einzeln stehende Bäume, weil er Licht bevorzugt. Auch Bäume in Stadtparks oder in Wohngebieten können befallen werden. Anfang Mai schlüpfen die Raupen. Sie durchlaufen 5-6 Entwicklungsstadien. Da sie im Gänsemarsch auf Nahrungssuche gehen, heißen sie Prozessionsspinner. Sie fressen Laub und schädigen so den Baum. Die Raupen bilden eigenartige Nester, so genannte Gespinste, die bis zu 1 m lang werden. Sie sehen aus wie Zuckerwatte. Die Raupen tragen auf der Körperoberfläche sogenannte Brennhaare mit Widerhaken. Sie enthalten das Nesselgift Thametopoein. Wenn im Mai ober Juni Mensch oder Hund mit den Brennhaaren in Berührung kommen entstehen Ernst zu nehmende gesundheitliche Schäden. Da die Gespinste auch mit dem Wind verteilt werden, kann ein Unfall auch entfernt vom befallenen Baum passieren.

Symptome: Auf der Haut bilden sich Quaddeln und Knötchen, die sehr schmerzhaft sind und erst nach 2 Wochen abheilen. Beim Einatmen kommt es zur Bronchitis bis hin zu Asthmaanfällen. Das gilt für Mensch und Hund. Wenn Hunde die Brennhaare durch Ablecken des Fells auf die Zunge und auf die Maulschleimhaut bekommen, entstehen starke Entzündungen. In schweren Fällen kommen Fieber, Schwindel und Apathie hinzu.

Therapie: Sofort waschen, wenn möglich den Hund in einem Bach oder See. Brennhaare mit einer Pinzette heraus ziehen. Dabei die Hände mit Einmalhandschuhen schützen und einen Mundschutz tragen. Der Tierarzt verordnet Cortison und Antihistaminikum. Wenn die Atemwege betroffen sind zusätzlich Bronchien erweiternde Mittel. Kleidungsstücke und Schuhe müssen gründlich gewaschen werden.

Prophylaxe: Betroffene Gebiete meiden. In angrenzenden Gebieten immer Pinzette, Handschuhe Mundschutz und einen Müllbeutel mitnehmen. Der Hund sollte einen Maulkorb tragen. Wir sollten Arme, Beine, Nacken und Hals schützen. Wenn jemand Gespinste entdeckt, bitte dem Revierförster melden!