Erkrankungen der Schilddrüse beim Hund

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Die Schilddrüse liegt als paariges Organ beiderseits der Luftröhre. Man kann sie im Normalfall nicht fühlen .Sie produziert Schilddrüsenhormone, das Thyroxin T4 und das Triiodthyronin T3. Diese Hormone beeinflussen den gesamten Stoffwechsel und die Organfunktionen. Ein Zuviel beschleunigt den Herzschlag, ein Zuwenig verlangsamt die Herzfrequenz. In Teilen des Gehirns steuern übergeordnete Faktoren die Funktion dieses Organs. Während beim Hund die Unterfunktion häufig vorkommt, dominiert bei der Katze die Überfunktion.

Die Unterfunktion der Schilddrüse kann durch eine Entzündung hervorgerufen werden, die dem Besitzer meist verborgen bleibt. Es gibt auch Fälle, bei denen der Körper gegen das eigene Schilddrüsengewebe Antikörper bildet, und somit das Organ zerstört. Dies nennt man Autoimmunkrankheit. Früher war auch Jodmangel im Futter relevant. Dies ist durch handelsübliches Futter oder die Verwendung von jodiertem Speisesalz bei selbst zubereitetem Futter ausgeschlossen. Großwüchsige Rassen erkranken häufiger als kleine, beide Geschlechter sind betroffen. Bei Schilddrüsenhormonmangel ist der gesamte Stoffwechsel verlangsamt. Die Hunde sind müde, teilnahmslos und traurig. Sie nehmen an Gewicht zu und die Herzfrequenz ist verlangsamt. Bei der Hündin kann die Läufigkeit ausbleiben, beim Rüden können die Hoden verkümmern. Sehr häufig sind Hautveränderungen: Haarausfall, Babyfell oder der sog. Rattenschwanz durch Ausfallen des Langhaars. Die Diagnose anhand der Symptome ist nicht möglich, weil diese zu vielfältig sind oder auch bei anderen Erkrankungen vorkommen. Außerdem beeinflussen auch etliche Medikamente den Hormonspiegel, z.B. Cortisone, Schmerzmittel oder Mittel gegen Epilepsie. Es wird deshalb vermutet, dass die Diagnose häufiger gestellt wird, als die Erkrankung wirklich auftritt. Es gibt eine Reihe von Blutuntersuchungen zur Feststellung des Hormonspiegels. Sinnvoll ist, Medikamente, wie oben erwähnt, einige Wochen vorher abzusetzen. Die Therapie besteht darin, synthetisches Schildrüsenhormon in Tablettenform zu verabreichen. Die Dosis ist höher als beim Menschen, weil der Hund das Hormon anders verstoffwechselt. Immer wieder sollte der Spiegel kontrolliert werden, bis er optimal eingestellt ist. Bis zum Verschwinden der Symptome können mehrere Wochen bis Monate vergehen. Die Therapie erfolgt lebenslang.

Die Überfunktion ist wie eingangs erwähnt selten und tritt meist bei älteren Hunden auf. Ursache sind Tumore der Schilddrüse, obwohl nicht alle Hormone produzieren. Die Symptome sind Folge des beschleunigten Stoffwechsels: Das Herz schlägt beschleunigt, der Appetit steigt und trotzdem nehmen die Tiere ab. Oft hecheln die Hunde vermehrt. Die Diagnose wird meist durch die zytologische Untersuchung einer Gewebeprobe gestellt. Andere Methoden sind Spezialmethoden, die Kliniken durchführen. Weil die Tumore stark metastasieren, ist die Prognose ungünstig. Neben der chirurgischen Entfernung gibt es auch die Möglichkeit der Strahlen-und Chemotherapie.