Entzündungen der unteren Harnwege des Hundes

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Dabei handelt es sich um die Entzündung der Harnröhre und um die Blasenentzündung. Die Keime dringen meistens von außen ein. Sie stammen aus der Scheide, dem Darm, der Vorhaut und der Prostata. Die Infektion über den Blut- oder Lymphweg ist äußerst selten. Betroffen sind meist Hündinnen, weil ihre Harnröhre breit und kurz ist, und deshalb den Bakterien das Eindringen einfach macht. Der Rüde dagegen hat eine lange, schmale Harnröhre, die ihn ziemlich gut schützt. Wenn er erkrankt, ist es immer etwas komplizierter, weil eine andere Grunderkrankung dahintersteckt.

Folgende Faktoren begünstigen eine Blasenentzündung:

  • Langes Sitzen auf kaltem Boden, wie Schnee,
  • die Inkontinenz der älteren Hündin, besonders wenn sie kastriert ist (mangelnder Harnwegsverschluss),
  • Blasensteine und Blasentumoren
  • Diabetes, weil die Glukose im Urin die Bakterien begünstigt
  • die Entzündung der Prostata,

um die Wichtigsten zu nennen.

Ursache sind, wie schon erwähnt, hauptsächlich Bakterien, Escherichia coli und Kokken.

Wie erkennt man, dass der Hund an einer Blasenentzündung leidet? Die Symptome sind klassisch. Die Tiere setzen nur tröpfchenweise, aber andauernd Harn ab und haben dabei Schmerzen. Der Urin kann stechend riechen und blutig sein. Das Allgemeinbefinden ist meist in Ordnung, d.h. sie fressen auch mit Appetit und sind munter. Wenn man die Symptome erkennt, bitte sofort zum Tierarzt. Es besteht die Gefahr, dass die Keime aufsteigen und die Nieren gefährden. Die Behandlung erfolgt immer mit einem Antibiotikum. Dieses wird in komplizierten Fällen nach einem Resistenztest ausgewählt. Man sollte es abends nach dem letzten Gassi gehen verabreichen. Dadurch ist gewährleistet, dass es lange in der Blase verweilt. Wichtig ist auch die Gabe über einen längeren Zeitraum, um Rezidiven vorzubeugen. Die Hündin bekommt das Antibiotikum 10-14 Tage lang, der Rüde 3-4 Wochen, weil oft eine Entzündung der Prostata dahintersteckt. Dabei ist zu bedenken, dass nur wenige Antibiotika das Prostatagewebe durchdringen. Kommt es trotz richtiger Behandlung zu Rückfällen, müssen per Sonographie Steine und Tumore ausgeschlossen werden. Ebenfalls ist dann eine Blutuntersuchung ratsam. Im Anfangsstadium der Erkrankung ist ein krampflösendes Schmerzmittel hilfreich. Die Hunde sollten viel trinken, deshalb das Futter immer anfeuchten.

Übrigens, die Entzündung der Vorhaut des Rüden (Vorhautkatarrh), ist auf Dauer nur durch die Kastration zu heilen. Sonst müsste man immer weiter behandeln