Ekzeme des Hundes durch Lecken

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Grundsätzlich unterscheidet man primäre und sekundäre Leckekzeme. Erstere entstehen rein durch das Belecken einer Hautstelle, sekundäre haben eine Hautkrankheit als Ursache und das Lecken entsteht als Folge daraus.

Zunächst das primäre Leckekzem: Es ist psychisch bedingt und nur teilweise medikamentös zu behandeln. Betroffene Hunde sind nervös und unruhig. Deshalb kommt es zu dieser Ersatzhandlung, dem Lecken. Häufig ist ein Umzug, ein veränderter Tagesablauf, zu wenig Beschäftigung oder Liebesentzug die Ursache. Durch das ständige Lecken an einer Stelle, schütten die Hautzellen Histamin aus, genauso, wie bei uns, wenn wir an einem Insektenstich kratzen: Histamin verstärkt den Juckreiz und der Teufelskreis ist geschlossen. Bevorzugte Stellen sind die unteren Abschnitte der Gliedmaßen. Helles Fell verfärbt sich braun, die Haut verdickt sich und die Stelle kann sich infizieren und entzünden. Man muss herausfinden, wo die psychische Ursache liegt, vielleicht sogar mit Hilfe eines Hundepsychologen. Wichtig ist ein Halskragen: Wenn das Lecken nicht möglich ist, wird der Teufelskreis unterbrochen Unterstützend wirken beruhigende Medikamente und Cortison. Am allerwichtigsten für eine vollständige Heilung ist es, die Unzufriedenheit des Hundes zu beseitigen. Trotzdem ist die Prognose vorsichtig zu stellen. Zu diesem Symptomenkomplex gehört auch das Kauen und Lecken an den Pfoten, was am häufigsten bei Kleinrassen vorkommt, sowie das Lecken und Saugen an der Kniefalte (Pudel und Dobermann). Die Diagnose Leckekzem darf man erst stellen, wenn alle anderen ursächlichen Faktoren ausgeschlossen worden sind: Pilzbefall, Bakterien oder Parasiten, Verletzungen usw..

Während man früher meinte, dass der Hund sich schon gesund schlecke, weiß man heute, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Das beste Beispiel hierfür ist der Hot Spot. Eine winzige Verletzung der Haut bei schwülem Wetter (Zecken-oder Flohbiss, Bürsten etc.) reicht aus, damit Bakterien eindringen, Die Hunde reagieren mit intensiven Belecken der Region. Innerhalb weniger Stunden entsteht eine hochrote, stark entzündete und schmerzhafte Stelle, der Hot Spot, der oft eitert. Die erste Maßnahme ist das Anlegen eines Halskragens. Die Hautstelle muss, eventuell unter Sedation, sorgfältig geschoren werden. Es folgt eine Reinigung mit einer milden Seifenlösung, vorsichtiges Trocknen mit dem Fön und Auftragen von antiseptischen Lösungen. In schweren Fällen gibt man ein Schmerzmittel und ein hautwirksames Antibiotikum. Bevorzugt betroffen sind langhaarige Rassen mit Unterwolle, aber auch Allergiker.

Abschließend muss man feststellen, dass bei jeder Hautkrankheit, sowie nach chirurgischen Eingriffen, die wichtigste Maßnahme ist, den Hund am Lecken zu hindern, sei es durch Beschäftigung, Halskragen oder Body.