Durchfallerkrankungen des Hundes: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Durchfall ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, dass vielfältige Ursachen haben kann. Wir sprechen davon, wenn der Stuhlabsatz zu häufig und der Stuhl ungeformt ist. Meistens ist der Grund eine primäre Erkrankung des Darms. Die Ursache kann aber auch sekundär sein, z.B. eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, die Durchfall auslöst. Wir beschäftigen uns mit den primären Darmerkrankungen.

Ursachen

Parasiten, also Wurmbefall , Infektionen mit Bakterien oder Viren, Gifte, Futtermittelunverträglichkeiten und psychische Faktoren, wie Stress.

Allgemeine Behandlungsgrundsätze

Um die Darmschleimhaut zu schonen und zu regenerieren, muss der Patient 24 Stunden fasten. Flüssigkeit ist erlaubt, entweder Wasser, oder besser schwarzer Tee. Dieser sollte über 3 Minuten ziehen, damit er Gerbstoffe entwickelt und mit Wasser verdünnt werden. Man kann etwas Traubenzucker zusetzen. Anschließend beginnt die Schonkost: Sie wird täglich 6-7 mal gefüttert. Das Futter sollte fett-und Ballaststoffarm sein. Knochen und Zucker sind tabu. Für einen 10 kg schweren Hund kocht man 200g Reis und 120g mageres Fleisch vom Huhn oder Schaf. Das Fleisch lässt sich auch durch zimmerwarmen Hüttenkäse ersetzen. Bitte nur eine Sorte Fleisch, sonst besteht die Gefahr einer allergischen Darmreaktion. Gute Erfahrungen habe ich mit der Gabe eines geriebenen Bioapfels, ungeschält. Teelöffelweise unter die kleinen Portionen mischen. Bei Besserung langsam die Schonkost umstellen, und das gewohnte Futter beimengen. Um die gestörte Darmflora zu sanieren eignen sich Lactobazilluspräparate oder Lactulose.

Spezielle Therapie

Oft reichen die oben erwähnten Maßnahmen aus, aber nicht immer. Dann ist der Tierarzt gefragt. Wurmbefall wird meistens unterschätzt. Betroffen sind meistens junge oder geschwächte Hunde. Grundsätzlich sollte jeder Hund alle 3 Monate entwurmt werden. Wenn der Stuhl mal in Ordnung, mal wieder nicht, sind Blut oder Gasbläschen beigemengt sind, sollte man an Giardien dengen. Das sind Einzeller, die zu den Parasiten zählen. In diesem Fall hilft eine 3-tägige Behandlung mit Panacur, den Hund baden, weil sie auch am Fell kleben und er sich sonst reinfiziert. Bei Infektionen wird der Tierarzt ein Antibiotikum einsetzen, vorzugsweise nach Keimbestimmung und Resistenztest. In den ersten 24 Stunden nach einer Giftaufnahme ist medizinische Aktivkohle das Mittel der Wahl. Bei Futtermittelunverträglichkeiten benutzt man zunächst eine dem Organismus unbekannte Kohlenhydrat- und Eiweißquelle. Ersteres wären Reis, Nudeln, Kartoffeln oder Tapioka. Als Eiweißquelle kommt jede Fleisch-oder Fischsorte in Frage, Hauptsache der Hund hatte noch keinen Kontakt damit. Das muss man einfach austesten. Bei allergischen Darmreaktionen schafft die Gabe von etwas Cortison schnell Linderung. Manche Hunde reagieren auf Stress mit Durchfall . Hier helfen die allgemeinen Behandlungsgrundsätze und das Vermeiden von Stressfaktoren.

Vorbeugung

Futterwechsel , sowie Unrat- und Kotfressen verhindern, regelmäßig alle 3 Monate entwurmen! Das Schnuppern gehört nun mal zum Hundeleben, und da ist der Infektionsdruck eben groß. Das lässt sich nicht verhindern.