Duldungs-/ Tierarztübungen

Wilma Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Gesundheit, Wissenswertes

Es ist sehr wichtig, dass der Hund sich überall anfassen lässt. Zu aller erst ist es natürlich für den alltäglichen Umgang wichtig. Doch auch für den Tierarzt ist es sehr hilfreich, wenn der Hund sich an jedem Körperteil behandeln lässt. Es kann passieren, dass eine ungeplante Situation passiert, in der der Hund sich anfassen lassen muss. Dies kann ein Dorn in der Pfote sein oder ein Splitter im Auge. Aber vielleicht hat der Besuch auch ein Kleinkind dabei, das von der Rute des Hundes fasziniert ist und diese ungefragt anfasst. Jeder Hund reagiert in dieser Situation anders…  

Auch bei den Duldungs-/ Tierarztübungen gilt das gute und alte Sprichwort: Je früher, desto besser. Wenn der Hund früh beigebracht bekommt, dass der Mensch ihn überall anfassen darf, wird er es auch im Alter ruhiger mitmachen. Dafür muss er es als angenehm empfinden. Dabei ist deutlich zu erwähnen, dass es keine heiligen Pfoten, Ohren oder sonst irgendein Körperteil „heilig“ wird. Der Hund muss überall berührbar sein. In einem Notfall kann das sein Leben retten.

Die sogenannten Duldungsübungen/ Tierarztübungen sollten beim Welpen einmal täglich stattfinden. Dazu wird am besten ein Zeitpunkt gewählt, wenn der Hund etwas ruhiger und leicht müde ist (bei höherem Ausbildungsstand kann der Hund auch in wachen/ agilen Situationen in diese Übung gebracht werden). Begonnen wird die Übung mit ruhigem, langsamem Streicheln am ganzen Körper. Der Hund soll durch die Bewegung nicht aufgedreht werden. Wenn der Hund schön ruhig bei einem ist und sich völlig entspannt, kann mit der „Untersuchung“ begonnen werden.

Dazu werden zum Beispiel die Pfoten untersucht. Jede kommt einzeln dran. Bei jeder Pfote wird das Kommando „Pfote“ gesagt. Dann werden Ballen, Ballenzwischenräume und Krallen untersucht. Die Ohren werden mit „Ohr“ kommentiert und leicht massiert und kurz der äußere Gehörgang untersucht. Es folgen die Augen, die das Kommando „Auge“ tragen. Die Lieder werden leicht geöffnet und die Schleimhäute kontrolliert, diese sollten rosa sein. Auch für die Nase kommt das Kommando „Nase“. Für die Kontrolle der Zähne erklingt das Kommando „Zähne“ und es werden die Lefzen angehoben, so dass die Zähne sichtbar sind. Danach wird der Fang geöffnet, allerdings nur ganz kurz. Natürlich dürfen auch Bauch, Rücken, Beine, Geschlechtsteil und Rute nicht fehlen. Die Übung sollte zu Beginn nicht zu lange dauern. Und kann je nach Übungsstand verlängert werden.

Der Hund wird diese Duldungsübung schnell als Verwöhnprogramm aufnehmen. Er darf dabei gerne eingefüttert werden.

Um zu erkennen, wann es unserem Vierbeiner nicht gut geht, wann eine ernste Krankheit vorliegt und wann schnelle Hilfe notwendig wird, müssen wir Hundehalter den gesunden Hund genau kennen lernen.

Zudem beugt es einem entspannten Tierarztbesuch vor!

Weitere Informationen finden Sie unter https://hundeschule-anni-warfen.de/individuelle-ausbildung/duldung/.