Die Veränderungen durch die Coronapandemie betreffen auch unsere Hunde

Wilma Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung, Gesundheit, Interessantes, Wissenswertes

Vieles hat sich in den letzten Wochen verändert. Nicht nur wir Menschen mussten uns auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Auch viele unserer Hunde hatten eine veränderte Situation. Plötzlich war ihre Familie viel zu Hause, der Hund musste weniger allein bleiben und es gab auch viel mehr Zeit für Beschäftigung, weil letztendlich auch die Kinder zu Hause waren. Langsam kehren die ersten Menschen zurück in die Büros, die Schulen öffnen schrittweise und auch im öffentlichen Leben ist wieder mehr möglich. Für uns Menschen ist dies eine wunderbare Bereicherung, doch für die Vierbeiner heißt das, dass sie zurück in den „früheren“ Rhythmus finden müssen. Da dies für Tiere nicht immer leicht ist, brauchen sie ein wenig Unterstützung und auch Einsicht von uns Menschen, da wir besser verstehen, warum plötzlich doch nicht mehr so viel Zeit für den Vierbeiner da ist. Gleichzeitig müssen die Hunde sich auch an die neuen Gegebenheiten und Vorschriften im öffentlichen Ram gewöhnen und wir müssen sie dabei leiten.

Viele von uns waren durch mobiles Arbeiten oder Kurzarbeit viel mehr zu Hause. Auch die Kinder hatten mehr Zeit daheim. Natürlich waren auch unsere Vierbeiner mittendrinnen. Die Menschen waren immer da und für einen Hund gibt es kaum etwas Schöneres. Hinzukamen gelegentlich ausgedehnte Kuscheleinheiten oder längere Spaziergänge, bei denen wir mit dem Hund neue Wege erkundeten. Aber vielleicht lag der Hund auch einfach jeden Tag neben uns, während wir vor dem PC arbeiteten. Alles Dinge, die uns ohne die Coronapandemie und den dadurch verursachten Shutdown nicht möglich wäre. Da wären wir dann erst spät von der Arbeit gekommen, die Kinder säßen bis zum Mittag in der Schule und am Wochenende fahren alle dann doch lieber ins Restaurant oder ins Kino. Die Vierbeiner hätten wie zuvor auch viel auf ihre Menschen gewartet. Nun konnten wir ihnen aber viel Zeit widmen und unsere Hunde haben sich an diese Zuwendung in den letzten Wochen gewöhnt. Es wäre ungerecht, ihnen dies eiskalt zu entziehen, daher müssen sie langsam vorbereitet werden.

Der Hund muss nun lernen, dass nicht mehr immer die Zeit für extra Streicheleinheiten ist. Er muss sich also wieder mehr an seine Ruhephasen gewöhnen. Dabei hilft, dass er die Zeit, die die Familie eigentlich bei der Arbeit und in der Schule ist, auch auf wie früher auf seinem Platz verbringt. Auch wenn wir noch von zu Hause arbeiten, wird der Hund in dieser Zeit nicht bespaßt oder bekuschelt. So verinnerlicht sein Körper wieder den altgewohnten Rhythmus, wann Hundezeit mit Spiel und Streicheleinheiten  ist und wann er sich ausruhen soll. Auch ansprechen sollten wir den Hund in dieser Zeit nicht. Halten sich sowohl Erwachsene als auch Kinder an diese Ruhezeit, ist es für den Hund wesentlich leichter zu verstehen, wann seine Menschen für ihn Zeit haben und wann nicht.

Auch wenn es derzeit bequem ist, sein Büro mal kurz nach draußen zu verlegen, wo der Hund sich im Garten oder auf der Wiese beschäftigen könnte. Auch dann sollte der Hund während der Arbeitszeit drinnen auf seinem Ruheplatz bleiben. Nur so lernt er, dass die Menschen jetzt auch mal wieder ohne ihn das Haus verlassen und er warten muss. Beim Alleinebleiben sollte zuerst mit einer halben Stunde begonnen werden und die Zeit dann langsam gesteigert werden. So kann der Hund sich Schritt für Schritt an die „alten“ Zustände gewöhnen.

Nun haben wir viel davon gesprochen, dass Hund und Mensch sich während dem Shotdown viel bewegt haben und lange Spaziergänge unternommen haben. Doch war das wirklich bei allen so? Vielleicht war es bei dem ein oder anderen auch eher anders und Mensch und Tier haben es sich lieber zu Hause gemütlich gemacht. Mit den Lockerungen trauen sie sich nun wieder raus. Gleichzeitig haben nun auch wieder die Hundeschulen auf.  Hundeführer sollten daher auch immer die Fitness ihres Hundes im Blick haben. Es könnte sein, dass der Vierbeiner durch die letzten gemütlichen Wochen etwas abgebaut hat und daher noch nicht volle Leistung erbringen kann. Mit kleinen Übungen wird die Kondition wieder aufgebaut und die Hunde sollten dabei nicht überfordert werden.

Überforderung ist auch das Stichwort bei Hundebegegnungen. Einige Hunde haben andere Hunde lange Zeit nicht gesehen. Daher sollten die Hundeführer ihre Hunde bei den ersten Begegnungen unterstützen. Beim Vorbeigehen hilft vielleicht Futter oder ein Spielzeug. Freilaufende Begegnung sollten sehr langsam hochgefahren werden. Zuerst sollten sich höchstens zwei Hunde treffen. Die Anzahl kann dann schrittweise erhöht werden auf vielleicht vier Hunde, die sich schon gut kennen.

Ein wichtiges Thema ist zudem noch die Maske. Wir alle können nun mit unseren Vierbeinern wieder in der Öffentlichkeit unterwegs sein. Doch dort herrscht Maskenpflicht. Die Maske verdeckt das Gesicht der Menschen. Für Hunde ein fremdes und schwieriges Bild, da die Vierbeiner viel in unserem Gesicht lesen. Einige haben sogar große Unsicherheiten mit dieser Vermummung ähnlich wie bei Motoradfahrer*innen oder Menschen in Uniform. Daher sollten Hundeführer schon zu Hause den Hund an Menschen mit Masken gewöhnen. Einfach die Maske mal für ein paar Minuten aufsetzen und mit dem Hund Übungen machen oder spielen. Auch ein Familienmitglied kann eine Maske aufsetzen und zusammen werden Begegnungs- und Begrüßungssituationen geübt. Da die Maske uns wahrscheinlich noch lange erhalten bleiben, ist diese Übung sehr wichtig, um mit dem Hund gelassen unterwegs zu sein.

Alle Hundebesitzer sollten nun auch nochmal ihre Tierarztbesuche durchgehen. Vielleicht ist doch durch die Pandemie einiges in den letzten Wochen auf der Strecke geblieben. Also kurz nochmal checken, ob Impfung, Wurmkur oder Floh- und Zeckenschutz noch passen!