Die Sinnesorgane des Hundes, Teil II

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Wie und was riecht der Hund?
Wir alle wissen um den hervorragenden Geruchssinn der Hunde. Sie können manche Stoffe 100 Millionenmal besser riechen als der Mensch. Ein Achtel des Hundehirns dient zur Geruchsverarbeitung. Bei einem Schäferhund beträgt die Ausdehnung der Riechschleimhaut in der Nase 150 cm², beim Menschen zwischen 2-5 cm². Der Hund besitzt 225 000 Millionen Riechzellen, der Mensch nur 20 Millionen. Diese Zahlen vermitteln uns einen Eindruck, der für uns kaum nachvollziehbar ist. Unsere Vierbeiner können sogar Stereo riechen, das heißt sie differenzieren ganz genau die Geruchsrichtung. Das ist beim Fährten enorm wichtig. Sie können Gerüche auch schmecken! Wenn ein Rüde die Fährte einer läufigen Hündin aufnimmt, schnuppert er und schmatzt. Dazu hat er  das Jacobsonsche Organ, welches am Nasenboden sitzt und mit der Maulhöhle in Verbindung steht. Die Duftwelt des Hundes wird an das Gehirn weitergeleitet. Dort entstehen Emotionen und wichtige Entscheidungen: Wo finde ich Beute, ist diese bekömmlich, wie orientiere ich mich im Gelände, wann ist die Hündin deckbereit, wie muss ich mich im sozialen Verband des Rudels benehmen. Während wir uns in einer visuellen Welt bewegen, lebt unser Hund in einer Geruchswelt. So nimmt er auch unsere Stimmungsschwankungen war. Das geht soweit, dass Hunde als medicine-detectives eingesetzt werden. Sie erschnüffeln Blasenkrebs in Urinproben oder Lungenkrebs in Atemproben erkrankter Menschen, bevor medizinische Untersuchungen dies können. Ein dementsprechend ausgebildeter Hund kann einen Diabetiker vor lebensgefährlichen Blutzuckerschwankungen warnen , oder einen epileptischen Anfall eine halbe Stunde vor Eintritt melden. Über den Geruch erfahren sie Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand eines Lebewesens.

Spezialrassen, wie Bloodhounds oder Schweißhunde sind sogar dem Wolf überlegen. Langnasige Hunde können etwas besser riechen als die Kurznasen.
Was geht wohl im Hund vor, wenn wir rauchen?

Wie schmeckt es dem Hund?
Zum Schmecken besitzen Hunde Geschmacksknospen. Sie schmecken salzig, sauer, bitter und süß, außerdem speziell den Geschmack von Fleisch. So lässt sich erklären, warum das Steak mit Kräuterbutter besonders gut mundet.

Der Tastsinn
Dazu besitzt der Hund Tasthaare an der Schnauze. Diese sog. Vibrissen signalisieren Hindernisse, wobei schon Luftwirbel ausreichen, um das Ausweichen zu veranlassen.

Wenn man bedenkt, wie außerordentlich gut unsere Vierbeiner bezüglich ihrer Sinnesorgane ausgestattet sind, wird klar, dass auch ein blinder Hund zurechtkommt.