Die Sinnesorgane des Hundes, Teil I: Das Gehör

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Wie hört und sieht unser Vierbeiner?

Hunde besitzen 17 Muskeln, die ihre Ohrmuschel bewegen. Dadurch ist dreidimensionales Hören möglich, das heißt, sie können Geräusche genau orten. Stehohrige Hunde sind denn schlappohrigen Kollegen leicht überlegen. Die Abweichung zur Geräuschquelle beträgt nur 2%, beim Menschen dagegen 15%. Trägt der Hund einen Halskragen, z.B. wegen einer vorangegangen Operation, ist die Geräuschortung stark eingeschränkt. Dies sollte man berücksichtigen, wenn der Hund ohne Leine läuft, vor allem wegen des Straßenverkehrs. Außerdem dient die außerordentlich bewegliche Ohrmuschel der Kommunikation. Man kann sagen, dass der Hund ca. 4 mal besser hört, als der Mensch. Deshalb sollte man ihn nicht anschreien, denn er hört auch ganz leise Geräusche.  Hinzu kommt, dass der wahrgenommene Frequenzbereich der Töne unsere Möglichkeit weit übertrifft. Während wir im Bereich von 20-20 000 Hz hören können, schafft der Hund 15- 50 000 Hz.

Das Sehvermögen:

In der Netzhaut von Hund und Mensch befinden sich Photorezeptoren, die Zäpfchen und die Stäbchen. Die Zäpfchen sind vorwiegend zum Farbensehen da. Davon besitzt der Hund wesentlich weniger als der Mensch. Während man früher dachte, er könne nur schwarz-weiß sehen, weiß man heute, dass eine Rot-Grünschwäche vorliegt. Gelbe und blaue Töne kann der Hund gut sehen. Im Gegensatz zu uns, besitzt er mehr Stäbchen, die zudem lichtempfindlicher sind. Sie spielen für das Hell-Dunkelsehen eine wichtige Rolle. Dies ist wichtig für das Sehen in der Dämmerung . Während wir Menschen tagaktiv sind und deshalb Farben wahrnehmen müssen, jagt der Hund in der Dämmerung, morgens oder abends. Er muss bei schlechten Lichtverhältnissen zurechtkommen, Farben sind nicht so bedeutend. Deshalb auch sind seine Pupillen größer als bei uns. Als Besonderheit besitzt er eine reflektierende Zellschicht am Augenhintergrund, das Tapetum lucidum. Dadurch wird das Licht zweimal auf die Zapfen und Stäbchen gelenkt. So wird das Licht in der Dämmerung doppelt genutzt. Der Hund ist ein Bewegungsseher. Sobald sich die Beute bewegt, kann er sie auf große Entfernung sehen, aber den eigenen Besitzer, der reglos ist, nur unscharf. Deshalb bleiben manche Beutetiere einfach starr, um nicht gesehen zu werden.. Wenn der Hund nach vorne blickt, beträgt sein Gesichtsfeld, je nach Rasse, 240°-250°. Das sind 60° mehr, als bei uns. Stereosehen, also einen Gegenstand mit beiden Augen zu erfassen, ist eine Domäne des Menschen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Ohr und Auge des Hundes wundervoll an sein Leben als Jäger ausgerichtet sind.