Die Schilddrüsenunterfunktion des Hundes und ihre Folgen

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Die Schilddrüsenunterfunktion des Hundes hat Auswirkungen auf alle Organe und das Verhalten. Das Organ speichert Jod und produziert Thyroxin und Trijodthyronin, die beiden Schilddrüsenhormone. Übergeordnet bildet die Hirnanhangsdrüse ein die Schilddrüse stimulierendes Hormon. Die wichtigsten Funktionen sind Erhöhung der Herzfrequenz, des Blutdruckes und der Stoffwechsellage. Große Rassen sind häufiger betroffen, besonders Dalmatiner, Golden Retriever, Labrador, Schäferhund und Beagle. Heute weiß man auch, dass kastrierte Hunde häufiger erkranken.

Klinische Symptome: Weil die Erkrankung schleichend entsteht, kann beim Besitzer ein Gewöhnungseffekt auftreten, das heißt, er bemerkt die Veränderung des Hundes nicht. Auf Grund der sinkenden Stoffwechsellage, kommt es zur Gewichtszunahme. Die Herzfrequenz nimmt ab, Haarausfall entsteht. Letzteres kann zur Ausbildung eines Rattenschwanzes führen.Die Hunde werden träge und haben einen traurigen Gesichtsausdruck. Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung und der Messung der Schilddrüsenhormone. Dabei sollte man wissen, dass Windhunde niedrigere Werte haben, als andere Hunderassen. Das ist völlig normal.

Subklinische Symptome: Es kann vorkommen, dass die Laborwerte in Ordnung sind, und der Hund die oben genannten Symptome nicht zeigt. Aber er zeigt Verhaltensauffälligkeiten. Dann ist er subklinisch erkrankt. Dass es eine Beziehung zwischen einer unauffälligen Schilddrüsenunterfunktion und absonderlichen Verhaltensweisen gibt, ist sowohl in der Humanmedizin, als auch bei Versuchstieren bekannt. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kommt es zu Wechselwirkungen mit anderen körpereigenen Hormonen. Das antidepressiv wirkende Serotonin z.B. sinkt. So kommt es zu einer Erhöhung der Aggressionsbereitschaft. Ebenso bedingt die Erkrankung einen verlangsamten Abbau des körpereigenen Stresshormons Cortison. Deshalb ähneln die Symptome denen, die ein Hund unter Cortisonbehandlung bekommt. Durch Auswirkung auf die Sexualhormone wird der Zyklus verlangsamt.

Die wichtigsten Verhaltensstörungen sind: Panikattacken, Aggression, Depressionen und Zwangshandlungen, wie z.B. Schwanzjagen.

Abschließend ist festzustellen, dass bei normalen Schilddrüsenwerten trotzdem eine subklinische Unterfunktion mit Folgen auf die Psyche bestehen kann. Aus tiermedizinischer Sicht kann man hier Schilddrüsenhormon einsetzen. Ist dies wirklich die Ursache, sollten sich die Verhaltensauffälligkeiten in einer Woche bessern. Der Stoffwechsel wird erst nach einigen Wochen beeinflusst. So betreibt man eine Diagnose, die gleichzeitig Therapie ist. Scheitert der Versuch, wird das Medikament sofort abgesetzt. In jedem Fall von Wesensauffälligkeiten sollte der Tierarzt eng mit dem Tiertrainer zusammen arbeiten.