Die Leptospirose des Hundes

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Die Leptospirose ist eine von Bakterien verursachte Infektionserkrankung des Hundes. Sie ist auch unter dem Namen Stuttgarter Hundeseuche bekannt. Viele Wildtiere tragen Leptospiren in sich und dienen dabei als Erregerreservoir. Besonders Ratten scheiden den Erreger mit dem Urin aus und kontaminieren so stehende Gewässer. Das sind Pfützen, Teiche und Seen. Wenn die Hunde daraus trinken, kommt es zur Infektion. Deshalb steigt die Häufigkeit der Erkrankung nach Überschwemmungen. Leptospirose kommt hauptsächlich im Sommer und Herbst vor. Auch der Mensch kann sich anstecken, sowohl beim erkrankten Hund oder beim Wassersport ( Baggersee). Also handelt es sich um eine Zoonose.

Infektion: Die Erreger dringen über die Haut ( Wunden) oder durch die Schleimhäute (Trinken) ein und werden dann über die Blutbahn im Körper verteilt. Es kommt zur Anreicherung des Erregers in Leber, Milz, Nieren und Lymphknoten.

Symptome: Die Hunde bekommen hohes Fieber, meist mit Erbrechen und Durchfall, der auch blutig sein kann. Die Inkubationszeit beträgt 7 Tage. Muskelschmerzen führen zu Abgeschlagenheit und Muskelzittern. Häufig sind Gelbsucht und Nierenversagen. Auch eine Lungenbeteiligung wird beobachtet und die Hunde husten dann.

Diagnose: Antkörpernachweis im Blut oder Erregernachweis im Urin. Da der Erreger nicht immerzu ausgeschieden wird, braucht man eine Sammelprobe von 3 Tagen.

Therapie: Die Behandlung erfolgt zu Beginn mit dem Antibiotikum Amoxicillin, welches injiziert werden muss, solange der Hund erbricht. Danach kann man auf Tabletten umsteigen. Um den Körper gänzlich erregerfrei zu machen, muss man noch mal 14 Tage Doxycyclin geben.

Prophylaxe: Bis vor Kurzem wurde in Deutschland gegen 2 Typen (sog. Serovare) der Leptospirose geimpft. Das reicht nicht mehr aus. Heutzutage sollte man einen Impfstoff verwenden, der 4 Serovare  enthält (Nobivac L4).Die Grundimmunisierung erfolgt mit 8 und 12 Wochen, jährliche Auffrischung. In besonders gefährdeten Gebieten wird sogar 2 mal jährlich geimpft. Beim Durchsehen des Heimtierausweises bedeutet auf den Aufklebern: S Staupe, H Hepatitis, P Parvovirose, sprich Katzenseuche, Pi Zwingerhusten, L Leptospirose, T Tollwut. So erkennt man, ob der Hund ausreichend geschützt ist.