Die Körpersprache

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

In der Hundeerziehung arbeiten wir teils bewusst, teils unbewusst mit der Körpersprache.

Bewusste Körpersprache setzten wir z. B. beim Hörzeichen “Bei mir” ein, indem wir mit dem linken Bein zuerst losgehen. Schicken wir die Hunde in eine bestimmt Richtung, z. B. zu einem Gerät, zeigen wir ihm dies mit der linken Hand. Bei rechtsgeführten Hunden gilt dies natürlich andersherum. Hierbei sprechen wir von der “Führhand”, bzw. dem “Führbein”.

Führen wir unseren Hund also an der linken, bzw. rechten Seite, registriert dieser auch jede kleinste Bewegung, die wir direkt neben ihm machen.  Dies bezieht sich nicht nur auf Bein und Hand sondern auch  auf die Schultern und den Kopf.

Beispielsweise werden Hörzeichen mit bestimmten Bewegungen unterstützt. Beim Hörzeichen “Sitz” ist vielleicht immer ein Kopfnicken dabei, beim “Leg dich” verbeugen wir uns stets artig vor unserem Hund, beim “Bei mir” wird einmal aufmunternd gegen das Führbein geklopft.

Da der Hund uns den ganzen Tag beobachtet und ein Meister darin ist, uns zu lesen, prägt sich ihm diese Körpersprache in Verbindung mit den Hörzeichen ein und gehört auch unmittelbar zusammen. Der Hund lernt nicht nur ortsbezogen sondern packt alles, was mit einer Übung zusammenhängt, in ein “Bilderbuch”. Entfernen wir uns z. B. immer frontal weg vom Hund, passt es nicht in sein Bild, wenn wir plötzlich nach links oder rechts von ihm weggehen.

Oft ist uns nicht bewusst, dass wir bei einem Hörzeichen nebenbei immer dieselbe Bewegung machen. Dies finden wir meist erst heraus, wenn uns jemand darauf aufmerksam macht und die Bewegung weggelassen wird. Für den Hund stimmt dann das Bild nicht mehr. Ganz deutlich ist dies zu sehen, wenn wir uns beim “Leg dich” nicht mehr vor unserem Hund verbeugen, sondern aufrecht stehen bleiben.

Andererseits können wir auch beobachten, dass sich der Hund legt, wir uns zwar nach vorn gebeugt haben, aber ein anderes oder sogar gar kein Hörzeichen gegeben haben. Der Hund hat dann nur auf unsere Körpersprache reagiert, und die hat ihm in diesem Fall gesagt, dass er sich legen soll.

Für uns bedeutet das, wir können Hörzeichen durch Körpersprache unterstützen, wenn der Hund z. B. etwas Neues lernt oder in einer Übung Sicherheit haben muss. Er sollte aber auch lernen, die Hör- und auch die Sichtzeichen ohne Hilfe der Körpersprache auszuführen.