Die Folgen falscher Bewegung des Hundes

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit, Wissenswertes

Fast alle Hundebesitzer wissen, dass es nicht einfach ist, unsere Vierbeiner im Winter ausreichend zu bewegen. Am Wetter liegt es weniger, aber an der Dunkelheit. Wenn es dann mal hell ist, müssen wir unserem Job nachgehen. Wenn dann die ersten Frühlingstage nahen, ist man doch sehr geneigt, das Fahrrad zu holen und los geht’s mit dem Hund. Schnell legt man so eine Strecke von mehreren Kilometern zurück. Am nächsten Tag kann es sein, dass sich unser Hund nur ungern bewegt, oder wenn, dann mit einer gewissen Steifigkeit. Er hat Muskelkater. Früher dachte man, dass Muskelkater durch eine Übersäuerung der Muskulatur mit Laktat (Milchsäure) entsteht. Richtig ist, dass der Laktatgehalt nach übermäßiger Bewegung steigt. Die Schmerzen setzen jedoch erst 12-24 Stunden nach der Belastung ein und dann hat sich der Laktatspiegel längst normalisiert. Heute weiß man, dass Mikrofaserrisse im Muskel die Ursache sind. Diese kleinen Risse führen zum Anschwellen des Muskels und damit zu einem Dehnungsschmerz, dem Muskelkater. Er entsteht eher bei kraftaufwändigen Bewegungen, wie Springen oder Stopps, als bei Ausdauertraining. Vorheriges Dehnen oder Aufwärmen ist super, schützt aber nicht vor Muskelkater. Dazu aber im nächsten Bericht.

Was ist zu tun, wenn unser Hund Muskelkater hat. Richtig ist, das Tier 2 Tage zu schonen und dann die Bewegung vorsichtig aufzunehmen. Keine Massagen oder Dehnungen! Beides strapaziert die verletzten Muskelfasern. Gut ist Wärme, vielleicht mit Decken und Körnerkissen, weil sie die Durchblutung und damit die Heilung fördert.
Bei Sport-und Jagdhunden kann nach starker körperlicher Belastung das funktionelle Kompartmentsyndrom auftreten. Dieses kommt auch beim Menschen vor, besonders bei zu schneller Leistungssteigerung. Der Muskel nimmt dabei an Masse zu und wird von den ihm umgebenden Bindegewebe ( Fascien) zusammen gedrückt. So kommt es zu Durchblutungsstörungen in der Muskulatur. Dies kommt an der Schultergürtelmuskulatur des Hundes nach übermäßiger Belastung vor. Beim Laufen wird das Vorderbein bogenförmig nach außen geführt. Schreitet die Krankheit fort, bilden sich diese Muskeln zurück. Dann ist eine Operation erforderlich. Das Gleiche kann auch an der Hintergliedmaße passieren. Dort sind es die Adduktoren, das heißt, die am Oberschenkel innen liegenden Muskeln. Das Bein wird ruckartig, im Halbkreis nach vorne geführt: Zuckfuß. Auch hier hilft nur eine Operation und anschließende Physiotherapie. Rückfalle sind häufig.

Zerrungen und Verstauchungen sind ebenfalls Folge falscher Bewegung, bzw. eines schlechten Trainingszustandes. Wie man all dies vermeiden kann und seinen Hund je nach Einsatzart richtig trainiert, folgt demnächst.