Die Bilder, die Bilder…

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

In den vorangegangenen Teilen haben wir öfter von “Bildveränderung” gesprochen, aber was ist das eigentlich?

Um uns das einmal deutlich zu machen, müssen wir wissen, was der Hund beim Arbeiten eigentlich alles abspeichert. Dass der Hund ortsbezogen lernt, ist hinlänglich bekannt, aber er registriert mehr, als uns bewusst ist. Da der Mensch ja  auch nur ein Gewohnheitstier ist, schleichen sich bei der Arbeit mit dem Hund unbewusst Regelmässigkeiten ein, die für den Hund aber dann zwangweise mit der jeweiligen Übung zusammenhängen.

Dazu gehört z. B. die Mimik des Hundeführers, die Körperhaltung bei Sicht- aber auch Hörzeichen, die Positionierung zum Hund, die Distanz, die zeitlichen Abstände, usw. Auch die Betonung oder die Lautstärke der Hörzeichen und auch des Korrekturwortes kann unser Vierbeiner unterscheiden.

Unser Hund soll aber nicht Bilder abspeichern, sondern zuhören und aufmerksam sein. Damit er dies lernt, müssen wir als Hundeführer diese Bilder verändern, es reicht schon eine Kleinigkeit. Das Schöne ist, dass unsere Hunde uns den Spiegel vorhalten, d. h. ist in einer Übung irgendetwas anders als sonst, findet er diese nicht mehr im “Bilderbuch” und gibt uns dies auch deutlich zu verstehen.

Für uns bedeutet das, dass wir nicht nur den Hund aufmerksam beobachten müssen, sondern auch uns selbst. Das ist manchmal schwer, weil uns viele Dinge, die wir automatisch ohne viel nachzudenken tun, nicht bewusst sind. Aber nur, wenn wir Übungen nicht immer gleich abspulen, und das gilt nicht nur für Übungsabläufe, lernt unser Hund.

Fazit: Als Hundführer müssen wir ganz schön kreativ sein, damit unser Hund Spaß am Arbeiten und Lernen hat, und diesen auch behält….