Die Anaplasmose des Hundes

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Die Anaplasmose ist eine schwere Erkrankung des Hundes, die in Deutschland zunimmt. Anaplasmen sind Bakterien der Gattung Rickettsien, die durch Zecken übertragen werden. In Deutschland ist der gewöhnliche Holzbock (Ixodes ricinus) dafür verantwortlich. Durch den Zeckenbiss gelangen die Erreger in die Blutbahn des Hundes und vermehren sich in bestimmten weißen Blutkörperchen. Von dort aus erfolgt die Verteilung im Körper.

Besonders betroffen sind die Leber, die Lymphknoten und das Knochenmark. Angeblich ist jede 20. Zecke infektiös. Wildtiere, Pferde, Rinder und Schafe können Anaplasmen beherbergen und sind somit ein Erregerreservoir. Die Inkubationszeit beträgt 8-20 Tage.

Die Symptome sind vielfältig: Mattigkeit und Fieber, Inappetenz, geschwollene Lymphknoten, Lahmheit und steifer Gang, Nasenbluten und nervöse Symptome, wie Ataxie oder epileptische Anfälle. Wenn der Patient diese akute Phase überlebt, erfolgt der Übergang in die subklinische Form. Der Hund ist dann symptomlos, der Erreger schlummert aber im Körper, um bei einer auftretenden Immunschwäche wieder zuzuschlagen. Das kann ein harmloser Infekt, eine körperliche Überanstrengung oder das Altern sein. Es entsteht die chronische Form der Anaplasmose. Da die Anzahl der Blutplättchen abnimmt, entstehen Blutungen aus den Körperöffnungen und Einbluten in die Haut, also blaue Flecken oder Tupfen.

Die Diagnose wird durch Ermittlung des Antikörpertiters gestellt. Da dieser auch bei gesunden Tieren erhöht sein kann, sollte man nach 14 Tagen nachprüfen, ob der Titer weiter gestiegen ist. Labordiagnostisch fallen die Anämie und die geringe Anzahl von Blutplättchen auf. Die Leberwerte sind erhöht und im Urin ist Blut nachzuweisen.  

Die Behandlung der Anaplasmose erfolgt mit dem Antibiotikum Doxycyclinhyclat. Während der Therapie sollten die Leberwerte geprüft werden. Im Notfall muss Doxycyclin gegen ein weniger wirksames Präparat ausgetauscht werden. Bluttransfusionen, eine Stimulation der Knochenmarksfunktion und etwas Cortison können in schweren Fällen eingesetzt werden. Letzteres soll unerwünschte, immunbedingte Reaktionen dämpfen. Bei Behandlung in der akuten Phase ist die Prognose günstig. Allerdings lässt sich trotzdem nicht ausschließen, dass der Erreger weiter im Körper schlummert, um eventuell wieder auszubrechen.

Die wichtigste Prophylaxe ist die Zeckenbekämpfung mit Pyrethroiden, als Spot-on Präparat oder Halsband. Zusätzlich sollte man seinen Hund jeden Abend auf Zecken untersuchen.

Der Mensch infiziert sich ebenfalls durch Zeckenbisse. Eine direkte Übertragung vom Hund auf den Menschen gilt als höchst unwahrscheinlich.