Die aktuellen Impfungen des Hundes – Teil 1: Tollwut

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Die Tollwut ist eine virusbedingte, tödlich verlaufende Erkrankung der Säugetiere, Vögel und des Menschen. Hauptträger des Virus ist bei uns der Rotfuchs, in Osteuropa auch der Marderhund. Infizierte Tiere übertragen das Virus mittels Biss. Eine Übertragung durch Speichel in kleinste Haut-oder Schleimhautverletzungen ist ebenfalls möglich. Nach der Infektion wandert das Virus entlang der Nervenbahnen ins Gehirn, um sich dort zu vermehren. Anschließend verbreitet es sich im ganzen Körper, einschließlich der Speicheldrüsen. Schon 5-10 Tage vor Ausbruch der Erkrankung kann der Speichel des Hundes infektiös sein.

Man unterscheidet beim Hund 2 Verlaufsformen der Tollwut, oder Mischformen.

Die rasende Wut, gekennzeichnet durch starke Erregung, Aggressivität, starken Speichelfluss, Orientierungslosigkeit, zwanghafte Unruhe und heiseres Bellen.

Die stille Wut, bei der Lähmungen an Rumpf und Gliedmaßen im Vordergrund stehen.

Nach wenigen Tagen oder Wochen tritt der Tod ein.

Bei jedem nicht oder unvollständig geimpften Hund, der solche Symptome zeigt, besteht Tollwutverdacht. Sobald von einer Person der Verdacht auf Tollwut geäußert wird, muss das Veterinäramt informiert werden. Der Amtstierarzt veranlasst dann die Quarantäne oder die Tötung des Tieres.

Weltweit sterben jährlich 30 000 – 50 000 Menschen an Tollwut, besonders in Indien und Afrika. Ganz allgemein gilt folgender Leitsatz, um die Seuche einzudämmen:
Möglichst viele Tiere impfen, und das einzelne Tier nur so häufig wie nötig.

Das aktuelle Impfschema gegen die Tollwut sieht folgendermaßen aus:
Grundimmunisierung des Welpen:

  1. Impfung ab der 12ten Lebenswoche. Der Impfschutz tritt 21 Tage danach ein. Eine Impfung vor der 12ten Lebenswoche ist sinnlos, weil mütterliche Tollwutantikörper im Welpen die Immunisierung stören. Diese Antikörper werden bis zur 12ten Woche abgebaut.
  2. Impfung in der 16ten Lebenswoche. Diese Impfung geht über die gesetzliche Anforderung hinaus, ist aber aus immunologischen Gründen ratsam.
  3. Impfung im 15ten Lebensmonat. Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen.

Wiederholungsimpfungen erfolgten früher jährlich. Heute weiß man, dass der Schutz länger anhält, so dass bei einigen Impfstoffen ein Abstand von 3 Jahren ausreicht. Der zeitliche Abstand richtet sich somit nach dem verwendeten Impfstoff und man folgt den Anweisungen des Impfstoffherstellers.

Die EU-Reisebestimmungen schreiben vor, dass alle Heimtiere identifiziert werden müssen. Dazu dient der Mikrochip, bzw. ist bis 2011 auch die leserliche Tätowierungsnummer zulässig. Pflicht ist der einheitliche Heimtierausweis mit der vom Tierarzt eingetragenen, gültigen Tollwutimpfung. Trotz der EU-weiten Vereinheitlichung, ist es bei der Reiseplanung wichtig, sich die Ländertypischen Reisebestimmungen zu besorgen. Großbritannien, Schweden und Norwegen verlangen sogar einen Bluttest, der Antikörper gegen Tollwut nachweist, um einen sicheren Impfschutz zu beweisen. In Island ist die Quarantäne des Hundes Pflicht. Andere Länder verlangen ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis. Auskunft darüber bekommen Sie bei Ihrem Tierarzt.