Der Seniorhund

Anni Warfen Aktuelle Themen, Senioren- und ältere Hunde

Wann ist unser Hund alt? Entsprechend zum Menschenalter von 60 Jahren ist ein kleiner Hund 11, ein mittelgroßer 9,5 und ein großer 7,5 Jahre alt. Dies bedeutet, dass ein kleiner Hund eine höhere Lebenserwartung hat. Unser älterer Hund ergraut besonders im Gesicht, das Fell wird glanzlos, weil die Talgdrüsen die Produktion vermindern, die Muskulatur schwindet. Auch das Immunsystem schwächelt. Eine häufige Frage von Besitzern älterer Hunde ist, ob die Tiere noch geimpft werden sollen. Die Antwort lautet ja, weil Senioren Infekt gefährdeter sind, als mittelalte. Das ist bei uns ja auch so: Die Grippeimpfung ist besonders im Alter wichtig. Da sich die Infektionserreger ständig ändern, werden die Impfstoffe immer auf den aktuellen Stand gebracht. Das gilt besonders für Leptospirose und Zwingerhusten. Durch den Tourismus werden ständig neue Erregerstämme eingeschleppt. Leptospirose wird durch Mäuse (Nager) übertragen. Die Erreger sind vorwiegend in stehenden Gewässern (Pfützen), aus denen die Hunde trinken. Die Erkrankung ist lebensbedrohend. Auch beim Zwingerhusten ist eine große, ständig wechselnde Erregervielfalt vorhanden. Bei schwachem Immunsystem kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Entsteht in einer Population eine sog. Impfmüdigkeit, flackern zurück gedrängte Seuchen neu auf.

Der Seniorhund benötigt große Aufmerksamkeit. Viele altersbedingte Krankheiten werden durch regelmäßige, tiermedizinische Checks ( Allgemeinuntersuchung, Blutentnahme) früh erkannt. Zahnpflege durch Zahnsteinentfernung, Dentalsticks oder Zähneputzen sollten selbstverständlich sein. Auch die Analbeutel verstopfen häufiger. Die Sehkraft lässt nach, weil die Linsen trüb werden (grauer Star) und das Hörvermögen wird schlechter. Deshalb werden alte Hunde zunehmend schreckhaft. Also sollte man sie immer deutlich ansprechen, wenn man sich Ihnen nähert. Liegeschwielen am Ellbogen, Alterswarzen, all das sind Schönheitsfehler der älteren Generation. Erstere entstehen bei großen Hunden. Also weich betten und die Schwielen mit Salben pflegen, damit sie sich nicht entzünden. Warzen sind harmlos, es sei denn sie sitzen am Auge und reizen dieses oder der Hund beißt daran herum. Dann werden sie entfernt. Kann ein Hund dement werden? Ja, auch das kann passieren.

Der Senior sollte mehrmals täglich spazieren gehen, nicht mehr zu lange Strecken. Gegen Arthrosen gibt es gute Medikamente, die die Schmerzen weitest gehend nehmen. Zur Fütterung ist zu sagen, besser 2 Portionen, als eine. Der Energieumsatz sinkt, der Eiweißbedarf bleibt bestehen. Also am besten auf ein Seniorfutter umsteigen.

Unsere vierbeinigen Senioren haben gute Pflege verdient.