Der Hund im Auto

Anni Warfen Aktuelle Themen, Urlaub mit dem Hund, Wissenswertes

Nach § 23 der Straßenverkehrsordnung ist der Fahrer dafür verantwortlich, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges durch die Ladung oder die Besetzung (auch Tiere) nicht beeinträchtigt wird. Bei Nichtbeachtung droht ein Verwarnungs- oder Bußgeld.

WARUM MUSS DER HUND IM AUTO GESICHERT WERDEN?

  • durch ein frei bewegliches Tier kann der Fahrer gestört bzw. gefährdet werden, es besteht Unfallgefahr!
  • als Folge könnten versicherungsrechtliche Probleme entstehen
  • durch einen Aufprall des Tieres könnten die Insassen verletzt werden. Bei einem Aufprall mit 50 km/h kann kurzzeitig das dreißigfache des Eigengewichtes auf den Körper wirken. Also sollten auch Tiere vor der Gefahr des nach vorne Schleuderns geschützt werden.
  • Eigensicherung des Tieres

WIE KANN ICH MEINEN HUND IM AUTO SICHERN?

Gesetzliche Prüfvorschriften zu Sicherungssystemen für Tiere existieren nicht. Bei der Auswahl der Produkte ist es aber sinnvoll, auf eine Bestätigung zu Crashtests oder DIN-Prüfungen zu achten.

1. Schutzdecke
Sie wird für den Transport auf der Rückbank meist an den vorderen Kopfstützen fixiert.

Ein gewisser Verletzungsschutz besteht nur bei leichten Kollisionen und beim Bremsen, die Fahrzeuginsassen werden nicht geschützt. Auch für das Tier besteht bei stärkeren Kollisionen kein ausreichender Schutz. Zudem kann das Tier den Fahrer stören oder Rettungspersonal behindern.

2. Tiersicherheitssitz “Doggy Safe”
Ein von der Firma E.H.V. crashtestgeprüfter Tiersicherheitssitz in der Bauweise eines Koffers, der mit dem Sicherheitsgurt, aber auch mit den Isofix-Haken auf dem Rücksitz befestigt werden kann. Das Tier wird darauf durch ein Geschirr beidseitig gesichert (BIS 9 kg).

Es besteht eine gute Sicherheit für Insassen und das Tier. Es kann den Fahrer nicht stören und das System kann auch als Schlafplatz genutzt werden. Das Tier muss allerdings an das Geschirr und einen geringen Bewegungsraum gewöhnt werden.

3. Hundesicherheitsgurte
Geschirre werden über den Kopf und den Brustkorb des Tieres gestülpt und dann entweder am Sicherheitsgurt, am Gurtschloss oder teilweise auch den den Isofix-Haken befestigt.

Hat das Geschirr eine hohe Festigkeit, kann die Verletzungsgefahr zumindest reduziert werden. Das Tier kann nur soweit nach vorne geschleudert werden, wie die Gurtlänge es zulässt. Bei schweren Kollisionen besteht bei einem Aufprall auf die Vordersitzlehnen allerdings für das Tier und die Person auf dem Vordersitz Verletzungsgefahr. Geschirre mit ungenügender Sicherheit können reißen.

4. Trennetz oder -gitter für den Laderaum
In Kombis oder Schräghecklimousinen werden Tiere oft hinter einer Laderaumbegrenzung plaziert. Leider ist jedoch bei vielen älteren Fahrzeugen die Stabilität der Rücksitzlehnen noch nicht ausreichend. Deswegen sollten vorwiegend stabile Laderaumtrenngitter nach DIN verwendet werden, die vom Dachbereich bis zum Ladeboden reichen und stabil verankert sind.

Das Laderaumgitter sollte unbedingt stabil sein, ansonsten kann ein Durchschlagen eines schwereren Tieres nicht verhindert werden. Durch die Abtrennung kann das Tier weder Fahrer noch Rettungspersonal behindern.

5. Transportboxen
Es gibt unterschiedliche Transportboxen aus Kunststoff oder Metall, die auch als Schlafplatz für das Tier verwendet werden können. Notwendig ist allerdings eine rechtzeitige Gewöhnung des Tieres an die Box.

Die Boxen bieten eine gute Sicherheit, wenn sie quer zur Fahrtrichtung und direkt hinter der Rücksitzlehne positioniert wird. Grosse Boxen sollten zusätzlich gesichert werden. Kleinere Boxen können auch im Fussraum hinter den Vordersitzen untergebracht werden. Werden sie ohne vordere Abstützung abgestellt, z. B. auf dem Rücksitz, besteht die Gefahr der Eigenstabilität. Das Tier ist weniger nervös, weil es sich in seiner gewohnten “Schlaf höhle” befindet.

Quelle: www.adac.de