Der äußere Gehörgang

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Der äußere Gehörgang des Hundes verläuft, wie besprochen, zunächst senkrecht, dann horizontal. Bis zu 13% aller Hunde leiden ein-oder mehrmals im Leben an einer Entzündung dieses Ganges: Otitis externa, auch als Ohrenzwang bezeichnet. Da sich dabei neben dem normalen Ohrenschmalz auch Entzündungsprodukte bilden, die den Gehörgang verschließen, kann dabei das Hörvermögen eingeschränkt sein. Wenn der Hund plötzlich keinen Gehorsam zeigt, kann dies die Ursache sein. Das Gleichgewicht bleibt aber erhalten. Die Hunde schütteln den Kopf, kratzen sich oder reiben das Ohr am Boden. Dieses Verhalten kann zu dem besprochenen Othämatom führen. Meist halten sie auch den Kopf schief, wenn nur eine Seite betroffen ist. Folgende Rassen sind besonders betroffen: Der Shar Pei hat einen sehr engen Gehörgang, ebenso der Cocker Spaniel, wobei letzterer auch mehr Ohrenschmalz bildet. Hängeohrige Hunde erkranken leichter, als Stehohrige, weil der Ohrkanal feuchter ist. Auslösend kann deshalb auch das Baden sein. Aber auch eine Allgemeinerkrankung, wie eine Allergie auf Futterbestandteile, Hausstaubmilben etc., schließt meist eine Ohrenentzündung mit ein. So verändert sich die normale Keimflora im Gehörgang. Sind Milben die Ursache, ist das Ohrsekret krümelig, braun-schwarz, ähnlich dem Kaffeesatz. Mit dem Otoskop erkennt der Tierarzt weiße, sich bewegende Pünktchen. Bei Bakterien ist es eitrig, also gelb-schmierig, bei Hefepilzbefall braun-feucht. Der Tierarzt entnimmt eine Probe des Sekrets, um die Verursacher herauszufinden und das richtige Medikament zu wählen. Was sollten Sie zuhause tun? Morgens wird der Ohrreiniger in den Gehörgang geträufelt bei gestreckter Ohrmuschel, um den Gehörgang zu strecken. Anschließend massiert man den Ohrgrund hinter der Ohrmuschel am knorpeligen Teil. Durch Schütteln des Kopfes und Bewegung lösen sich die Sekrete. Etwas später entfernt man sie mit einem feuchten Tuch. Niemals mit Wattestäbchen in den Gehörgang! Dadurch stopft man das Sekret nach unten. Nur in den Windungen der Ohrmuschel sind sie zum Reinigen erlaubt. Nach der gründlichen Reinigung kommen die Ohrensalbe oder- Tropfen zur Anwendung. Das geht genauso wie beim Reiniger. Wieder massieren. Niemals sollte die Therapie zu früh abgebrochen werden, da sich sonst Rezidive bilden. In seltenen Fällen muss operiert werden. Dabei wird die äußere Wand des Ohrkanals freigelegt, so dass eine Belüftung stattfindet.

Besonders bei Hunden, die viel im Gelände herumtoben, können Fremdkörper in den Gehörgang eindringen. Meist handelt es sich um Grannen. Auch hierbei tragen die Hunde den Kopf schief und versuchen durch Kopfschütteln den Eindringling los zu werden. Oft reicht es, den Ohrreiniger zu verwenden und so zu verfahren, wie oben beschrieben. Wenn das nicht hilft, entfernt der Tierarzt die Granne mit einer speziellen Zange.

Sowohl durch eine Otitis, als auch durch einen Fremdkörper, kann das Trommelfell verletzt werden. Das Trommelfell verheilt meist von selbst innerhalb von 4 Wochen. Die auslösende Ursache muss natürlich beseitigt werden.

Bei Tumoren des Gehörgangs handelt es sich häufig um gutartige Polypen oder Warzen, die mit einer Zange entfernt werden. Bösartige Tumore sind sehr aggressiv. Hier muss operiert werden.