Der alte Hund im Sommer

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit, Senioren- und ältere Hunde

Wir befinden uns gerade jetzt im Zeitraum der Hundstage, der heißesten Periode des Jahres, die vom 23. Juli bis zum 23. August dauert. Ausnahmen bestätigen die Regel. Benannt ist diese Zeitspanne nicht nach unseren Vierbeinern, sondern nach dem Sternenbild „Großer Hund“. Trotzdem ist die heiße Zeit für unsere Hunde etwas Besonderes, nämlich anstrengend, vor allem wenn sie älter sind.

Der Wärmehaushalt (Thermoregulation) der Hunde funktioniert anders als bei uns Menschen. Wir schwitzen, der Schweiß verdunstet und kühlt uns durch die entstehende Verdunstungskälte. Der Hund besitzt nur an den Pfotenballen Schweißdrüsen, die für die Regulation des Wärmehaushalts kaum eine Rolle spielen. Dagegen streckt der Hund die Zunge heraus und hechelt. Eine zweite Rolle spielt die Wärmeabgabe über die Haut.

_OLE7827Der ältere Hund ist besonders hitzeempfindlich. Gehirn-und Herzdurchblutung lassen nach, seine Kreislauffunktion ist schlechter. Das gilt besonders für Herzkranke Patienten. Immer wieder passiert es besonders an heißen Tagen, dass die Herzwirksamen Medikamente nicht ausreichen. Die Herzfunktion wird so schlecht, dass ein Lungenödem entsteht. Dabei bildet sich „Wasser“ im Lungenraum, und die Tiere haben Atemnot. Sie werden unruhig, besonders nachts haben sie Angst sich hinzulegen und wandern herum. Meistens müssen sie auch husten. Wenn das der Fall ist, sofort den Tierarzt aufsuchen. Er wird entwässernde Medikamente einsetzen, die Erleichterung bringen und evtl. die Dosis des Herzmittels erhöhen. Für diese Patienten ist an heißen Tagen strikte Ruhe einzuhalten, auch wenn sie nach Bewegung verlangen. Wenn die Kreislauffunktion herabgesetzt ist, leidet besonders die Gehirndurchblutung. So können epileptische Anfälle oder ein Hirninfarkt entstehen.

Deshalb: Do’s and Don’ts:

Spazierengehen ,kurz, früh morgens und spät abends, nicht auf Asphalt. Am besten im Wald.
Schwimmen oder Baden, alte Hunde wegen ihrer Orientierungslosigkeit (grauer Star, Schwerhörigkeit etc) nur an der Leine, Plantschbecken aufstellen oder den Hund mit nassen Tüchern befeuchten, Abspritzen (individuell, was der Hund mag).

Wenn die Möglichkeit besteht, wird das Tier anstelle des Körbchens die Fliesen als Liegeplatz wählen.

Nicht Autofahren. Kein Hundesport, keine Nasenarbeit. Letztere ist wegen des Hechelns stark eingeschränkt.

Oft wird Raumbefeuchtung zur Temperatursenkung empfohlen. Davon halte ich nichts. Selbst wenn es ein paar Grad kühler wird, ist feuchte Luft schwer zu ertragen-Saunaeffekt.

Evtl. einen Sommerhaarschnitt, Scheren. Bei nordischen Rassen die isolierende Unterwolle ausbürsten.

Der Wasserbedarf steigt, also ausreichend anbieten.

Help: Wenn es Ihrem alten Hund bei Hitze akut schlecht geht, kühlen Sie Ihn mit lauwarmen Wasser! Kaltes Wasser verengt die Hautgefäße, dadurch wird die Wärmeabgabe vermindert.