Das Hörzeichen – schon wieder

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Was ein Hörzeichen an sich bedeutet, wisst ihr im Grunde alle. Der Hund bekommt einen Befehl und sollte diesen auch möglichst ausführen.

Wenn ihr euch diese aber einmal genauer betrachtet, sind sämtliche Hörzeichen immer mit einem bestimmten Bewegungsablauf verbunden. Ganz deutlich ist dies beim “Sitz” oder “Leg dich”, ebenso beim “Steh”. Ganz deutlich wird es leider nicht beim “bei mir”. Nur noch einmal zur Information: Das “bei mir” heisst, egal, wie ich mich bewege, der Hund sollte klar am linken  Bein bleiben.

In letzter Zeit ist uns immer mehr aufgefallen, dass die Hunde, sollten sie das Hörzeichen nicht ausführen, zwar korrigiert werden, allerdings mit einem anderen Hörzeichen. Dabei legen unsere Hundeführer sehr viel Phantasie an den Tag. Da wird ein schiefes Sitzen mit “ordentlich” oder “besser” korrigiert oder ein Liegen, bei dem der Hund die Ellenbogen nicht ganz auf dem Boden hat mit “ganz” oder “runter”. Manchmal fallen auch ganze Sätze wie: “Mach das ordentlich” oder “Sitz habe ich gesagt!” Dasselbe bei der vielgeliebten Leinenführigkeit. Da wird ein Vorprellen mit “zurück”, manchmal verstärkt durch ein energisches Klatschen an den linken Oberschenkel korrigiert. Oft sind Korrekturen auch geprägt durch das “Telefonieren”, d. h. den Ruck an der Leine. Oft wird er auch verwendet, wenn der Hund seinen Menschen nicht anschaut.

Was wollen wir euch jetzt damit sagen? Korrektur an sich ist richtig und auch sehr wichtig. Nur, bitte bleibt bei dem ursprünglichen Hörzeichen.  Leider ist es nämlich auch so, dass bei den zusätzlichen Korrekturen das eigentliche Korrekturwort wie “nein”, “lass es” oder “pfui” nicht einmal mehr gesagt wird. Das bedeutet, der Hund lernt z. B. das gerade Sitzen neben euch nur auf das “Zusatzkorrekturwort” hin und nicht auf das z. B. “nein”.

Dasselbe gilt für die Leinenführigkeit. Marschiert ihr mit dem Hund mit einem “bei mir” los und er prellt vor, sollte er auch mit einem “nein” und ggf. einem erneuten “bei mir” korrigiert werden. Hier hören wir oft das “zurück”. Verwirrend ist dies nur für den Hund, wenn dieses Hörzeichen “zurück” z. B. verwendet wird für das Rückwärtsgehen.

Überlegt euch also genau, welches Hörzeichen für welchen Bewegungsablauf verwendet wird.

Je deutlicher wir für den Hund in den Hör- und Sichtzeichen, und auch in der Körpersprache sind, desto besser wird er uns verstehen und auch Lernerfolge haben.

Na, hat sich der ein oder andere von euch hier wiedergefunden? Im nächsten Teil werden wir auf dieses Thema genauer eingehen – es ist also noch nicht alles verloren!