Das Ein- und Aussteigen

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Nach Möglichkeit nehmen wir unseren Hund überall hin mit. Meistens sind wir mit dem Auto unterwegs, ob in die Hundeschule, um Freunde oder Verwandte zu besuchen, oder um einen schönen Spazierweg an-zusteuern. Selbstverständlich wird unser Vierbeiner im Auto sicher transportiert, d. h. er springt nicht auf der Rücksitzbank herum, sondern ist dort mit einem Adapter “angeschnallt”, liegt gesichert im Fussraum auf der Beifahrerseite oder ist ebenfalls gesichert im Kofferraum.

Genau so sicher sollte aber auch das Ein- und Aussteigen vonstatten gehen. Gerade an befahrenen Stras-sen, aber auch auf einem Parkplatz sollte der Hund nicht einfach aus dem Auto springen, sobald sich die Tür öffnet. Man sollte sich auch nicht sicher an Stellen fühlen, an denen sonst eigentlich nie ein Auto kommt. Leider haben schon Menschen an solchen Orten ihre Hunde verloren, weil eben doch ein Fahrzeug kam.

Als Hundeführer unterliegen wir einer Aufsichtspflicht. Im Strassenverkehr, und das beinhaltet auch Park-plätze, sollten wir uns immer so verhalten, dass kein Dritter gefährdet wird. Verursacht unser Vierbeiner aus irgendwelchen Gründen einen Unfall, z. B. muss ein Autofahrer ausweichen, weil der Hund plötzlich auf die Strasse springt, sind wir als Hundehalter mit haftpflichtig. Dasselbe gilt für den Innenraum des Autos, wenn der Hund nicht ausreichend gesichert ist und plötzlich in den Fahrerbereich springt.

Das bedeutet, bevor die Tür oder die Kofferraumklappe geöffnet wird, bekommt der Hund das Hörzeichen zum Sitzen oder Liegen. Vor dem Aussteigen wird grundsätzlich die Leine angelegt. Jüngere Hunde sollten im Hinblick auf die Schonung der Gelenke aus dem Auto gehoben werden, auch bei kleineren Hunden ist dies manchmal sinnvoll, wenn der Ein- oder Ausstieg sehr hoch ist. Beim Heben solltet ihr euren Hund  ruhig auf dem Arm halten können, und er sollte beim Absetzen und Aufnehmen nicht zappeln. Ist der Hund ausgewachsen, kann er selbständig aus- und einsteigen. Sobald der Hund auf dem Boden ist, wird er wieder gesetzt oder gelegt, damit das Auto in Ruhe geschlossen werden kann.

Dasselbe gilt für das Einsteigen. Erst den Hund absetzen oder -legen, das Auto öffnen, den Hund einstei-gen lassen oder hineinheben, erst dann wird die Leine abgemacht. Jeder einzelne Schritt kann natürlich mit einem Leckerchen belohnt werden.

Natürlich muss man den Hund anfangs öfter korrigieren, aber bleibt ihr beim Ablauf konsequent, wird das Ein- und Aussteigen bald zu einem festen Ritual.  Es ist kein schönes Bild, wenn der Hund, sobald sich die Tür öffnet, aus dem Auto stürzt und blindlings losrast, gefährlich ist es ausserdem.

Auch wenn es einmal schnell gehen soll, nehmt euch die Zeit und werdet nicht schlusig. Vielleicht habt ihr das Ein- und Aussteigen sogar schon in eurer Hundeschulstunde trainiert, falls nicht, sprecht euren Trainer gern einmal darauf an.