Das Auflösen

Anni Warfen Aktuelle Themen, Erziehung und Ausbildung

Was ist eigentlich Auflösen? Mit dem Auflösen beende ich ein Hörzeichen. Ihr alle kennt sicherlich das “Auf”, das bedeutet, der Hund ist ohne Befehl. Das ist auch ganz wichtig, denn der Hund braucht ein sogenanntes “auflösendes Signal”, mit anderen Worten, wiederum ein Hörzeichen für das beenden des vorherigen Hörzeichens. Kompliziert? Eigentlich nicht – jedenfalls nicht für den Hund, wenn wir uns einmal vor Augen führen, wie er denkt. Klare Ansagen verbunden mit deutlicher Körpersprache. Leider kommt uns hierbei wieder das “vermenschlichen” dazwischen.

Warum löse ich auf? Wie oben beschrieben, um ein Hörzeichen zu beenden. Dies kann positiv aber auch negativ sein. Im positiven Sinne löse ich auf, wenn der Vierbeiner ein Hörzeichen bekommen hat und dieses sofort ausführt. Im negativen Sinne, wenn er auf ein Hörzeichen überhaupt nicht reagiert, sich vielleicht auch in die Ablenkung flüchtet, oder komplett “dicht macht”. Natürlich solltet ihr hierbei immer zuerst mit dem Korrekturwort arbeiten. Oft bekommen die Hunde in diesem Verhalten noch nicht einmal das auflösende Signal mit. Hiermit ist auch die Frage geklärt, wann ich auflöse.

Wie löse ich auf? Das auflösende Signal sollte immer freudig kommen, schließlich ist der Hund im erwünschten Verhalten. Müssen wir ihn aus dem Hörzeichen “herausholen”, kann das auflösende Signal dem Hund ruhig vermitteln, dass wir nicht ganz zufrieden sind. Über die Betonung der Hörzeichen, darunter fällt auch das Signal, und wie ich den Hund darüber steuern kann, haben wir bereits gesprochen. Nun kommen wir zur Körpersprache, ein unverzichtbares Hilfsmittel, wenn ich mit dem Vierbeiner arbeite.

Aufgelöst wird immer nach hinten. Wichtig dabei, dass zuerst das Lobwort gesprochen wird und hinterher das freudige auflösende Signal. Parallel bewegen wir uns DYNAMISCH mindestens vier Schritte rückwärts. Der Hund dreht dabei auf der Stelle und sollte sich in unsere Richtung bewegen. Erst dann bekommt er sein Leckerli oder ihr werft Futter. Auch ein kurzes Spiel ist erlaubt. Das Schöne dabei ist, dass ihr in den Bestätigungen variieren könnt, je nachdem, was ihr gerade mit dem Hund macht und wie sehr er sich dabei anstrengen muss. Das heisst, das Auflösen, oder vielmehr das schnelle Auflösen ist auch eine Art von Motivation und Stressabbau, deshalb ist eure Körpersprache hierbei auch so wichtig. Bei älteren oder gehandicapten Hunden solltet ihr darauf achten, dass diese nicht mit den Hinterbeinen “schrauben”, damit sie nicht das Gleichgewicht verlieren. Hier sollte man das Auflösen anders gestalten, eure Trainer werden euch sicherlich dabei helfen.

Auch solltet ihr erst nach dem auflösenden Signal und dem Rückwärtsgehen die Bestätigung (Leckerli, Spielzeug) in die Hand nehmen und nicht währenddessen schon in den Taschen kramen. Die Hunde lernen relativ schnell, dass sie ja ihre Belohnung bekommen, sie können also ruhig etwas warten.

Nochmal zur Wiederholung: Zuerst das Lobwort, dann das auflösende Signal mit gleichzeitigem Rückwärtsgehen. Erst dann die Bestätigung herausholen. Beim Auflösen im “negativen Sinne” bekommt der Hund natürlich keine Belohnung, auch das Lobwort fällt hierbei weg. Einige Hunde strengen sich nach so einem Auflösen ganz gewaltig an, weil sie doch gern eine Bestätigung hätten, aber vorsichtig: arbeitet trotzdem mit dem Korrekturwort, beobachtet euren Hund und löst nicht sofort ohne Bestätigung auf. Ausschlaggebend ist immer, WARUM der Hund nicht auf das Hörzeichen reagiert. Auch hierbei werden euch eure Trainer unterstützen.

In diesem Sinne: fröhliches Auflösen!