Darmverschluss durch Fremdkörper

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Besonders bei jungen, verspielten Hunden kommt es zum Verschlucken von Fremdkörpern. Das abgeschluckte Material kann unverdaulich sein, wie Bälle, Steine oder Stanniolpapier als Verpackungsmaterial von Süßigkeiten (Weihnachtsschmuck). Knochen sind teilweise verdaulich, können aber auch zum Darmverschluss oder zu einer hartnäckigen Verstopfung führen. Vor allem die Knochen der jetzt so beliebten Gänse- und Entenbraten splittern leicht und verletzen so den Verdauungskanal. Sogenannte lineare Fremdkörper wie Strümpfe, Schnüre oder Nähnadeln mit Faden können mit einem Ende im Magen hängenbleiben, während der Rest in den Darm wandert, der sich dann rüschenartig auffädelt.

Symptome des kompletten Darmverschlusses: Die Hunde haben kaum Appetit, erbrechen Nahrung und Darminhalt unstillbar. Dadurch kommt es zum Verlust von Elektrolyten und Flüssigkeit. Der Kotabsatz fehlt bald vollständig. Der Bauch ist hart und verspannt. 3-4 Tage nach Aufnahme des Fremdkörpers kommt es zum Tod durch Austrocknung. Fäden oder spitze Fremdkörper können die Darmwand verletzen, so dass Kot on den Bauchraum austritt. Es entsteht eine lebensbedrohende Bauchfellentzündung. Die Hunde bekommen dann Fieber.

Symptome des teilweisen Darmverschlusses: Ist der Fremdkörper kleiner, so verschließt er den Darm unvollständig. Der Darm erweitert sich und die Darmbakterien vermehren sich. Deshalb entsteht Durchfall. Die Hunde erbrechen immer wieder mal, sind inappetent und haben Durchfall.

Prognose: Liegt der Fremdkörper weit oben im Darm, also Magennah, können die Hunde schon nach 2 Tagen versterben, weiter unten dauert es etwas länger. In jedem Fall ist es wichtig, dass der Hundebesitzer die Symptome erkennt, und so bald wie möglich den Tierarzt aufsucht. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser.

Therapie: Nach einer Röntgen- und Ultraschalluntersuchung wird die Behandlung eingeleitet. Meist muss operiert , evtl. sogar ein Stück veränderter Darm entfernt werden. Einen runden Stein im Magen kann man durch die Injektion von Apomorphin entfernen, welche Erbrechen auslöst. Glasscherben müssen durch die Gabe von Sauerkraut und-oder Kartoffelpürree eingehüllt werden, um Verletzungen zu vermeiden.

Übrigens gibt es immer wieder den Fall, dass ein Fremdkörper im Magen zufällig gefunden wird, der keine Beschwerden verursachte.