BARFEN, aber richtig

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit, Wissenswertes

Die Abkürzung BARFEN steht für bone and raw food, oder deutsch für Biologisch artgerechtes rohes Futter. Das Futter enthält neben Muskelfleisch auch Innereien und Knochen von Rind, Schaf, Geflügel und Fisch. Immer wird Gemüse und Obst zugesetzt.

Werfen wir einen Blick auf den Wolf, der ein Reh reißt und sich somit durch Rohfutter ernährt. Seinen Eiweißbedarf deckt der Wolf durch das Rehfleisch, Calcium und Phosphor durch die Knochen, fettlösliche Vitamine sind in der Leber, der Vitamin B-Komplex im Verdauungskanal des Rehs. Da der Wolf auch den Inhalt von letzterem verzehrt, nimmt er  Ballaststoffe auf, die für seine Verdauung wichtig sind. Daran kann man erkennen, wie schwierig es ist, eine ausgewogene Ration zusammen zu stellen, ohne dass Mangelerscheinungen entstehen.

Vorteile: Durch das Füttern größerer Fleischbrocken wird das Kaubedürfnis des Hundes befriedigt und das Zerkleinern von Knochen pflegt das Gebiss. Besitzer von allergiekranken Hunden können individuell füttern.

Nachteile: Das rohe  Fleisch ist tiefgefroren im Handel und dennoch können gefährliche Keime übertragen werden, wie Salmonellen (Geflügel). Dabei muss der Hund nicht unbedingt erkranken, kann aber die Salmonellen ausscheiden und somit den Menschen gefährden. Obwohl Deutschland frei ist vom Aujeszki-Virus, sollte man niemals rohes Schweinefleisch füttern, weil wir Schweinefleisch aus dem Osten importieren. Die Aujeszki-Krankheit oder Pseudowut ist für Hunde und Katzen tödlich. Es gibt keine Therapie. Weiterhin ist zu bedenken, dass das Füttern von Knochen gefährliche Verletzungen im Magen-Darmtrakt hervorrufen kann, ganz zu schweigen von üblen Verstopfungen. Anstelle von Knochen kann man geriebene Eierschalen oder Calziumcarbonat füttern.  Mangel-oder Überversorgung: Dies lässt sich leider nicht anhand einer Blutprobe feststellen. Bekommt der Hund zu wenig Calcium, mobilisiert der Organismus dieses aus dem Skelett und der Blutspiegel bleibt normal. Häufig treten Kupfer, Zink und Jodmangel auf. Jod kommt hauptsächlich im Seefisch vor. Neuerdings stellen veterinärmedizinische Labors immer häufiger eine „ Überfunktion der Schilddrüse“ fest, auch bei jungen Hunden, die gar keine ist. Bei manchen Schlachttieren wird versäumt, die Schilddrüse zu entfernen. Die Hunde fressen den im Futter enthaltenen Schlund mit der Schilddrüse. Dem Körper wird somit Schilddrüsenhormon zugeführt, was dazu führt, dass sich die “Hundeschilddrüse” zurück bildet.

Richtig Machen: Es ist jedem Freund des Barfens zu empfehlen, die Futterration von Spezialisten prüfen oder zusammenstellen zu lassen. Dies geht z.B. am Institut für Tierernährung  in München, Tel.: 089/2180-78780  von 10:00-12:00 oder bei Futtermedicus, Tel.: 08141/347844.

Anfänger im Barfen sollten ihren Hund langsam umstellen. Man fängt mit gegartem Futter an und reduziert die Kochzeit immer mehr. Getreide ist nur nach dem Erhitzen gut verdaulich. Gemüse kann roh, zerkleinert oder püriert, angeboten werden. Ein Schuss Öl muss sein, damit die fettlöslichen Vitamine resorbiert werden können.