Tristan, das Topmodel

Anni Warfen Welpentagebuch / Junghundtagebuch

 

Jetzt habe ich schon einen Rassehund, wollte meiner lieben Züchterin Britta einen Gefallen tun und dachte, dann stellst du den kleinen Racker doch mal aus. Es bot sich eine Ausstellung an, die fast vor meiner Haustür und dann auch noch draussen stattfand. Zum Üben genau richtig, und dann mal sehen, was dabei herauskommt. Zwischendurch Ringtraining mit Celina und/oder Wilma, an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die DOGDANCEQUEENS, deren Hunde die anderen Borderterrier spielen mussten.

Mit einem relativ guten Gefühl und keiner hohen Erwartungshaltung fuhren wir los, Britta, die auch ganz gespannt war, an unserer Seite. Auf dem Platz trafen wir uns mit Melli und Socke, einem netten Borderterrierrüden samt Frauchen, knapp zwei Monate älter als Tristan. Melli war genauso ahnungslos wie ich, und gemeinsam ist man stark und steht nicht ganz so dumm da.

Um die Hunde an das Drumherum zu gewöhnen, schlenderten wir gemeinsam über den Platz, einmal dezent im Ring herum und dann ab in die Boxen. So langsam wurde es dann Zeit, sich in Richtung Ring zu begeben, schnell noch eine Zigarette (soviel Zeit muss sein, liebe Britta) und schon ging es los. Einmal im „Gänsemarsch“ aussen herum, Melli musste zuerst laufen, legte aber ein flottes Tempo vor. Die Hunde immer schön stehen lassen, dann ab zum Richter. Anfassen lassen, die Zähne anschauen lassen, alles kein Problem, hatte ich Tristan doch in weiser Voraussicht in meinen Gruppen herumgereicht. Hilfe, der hatte aber ein Chip-Lesegerät in der Hand, das haben wir nicht geübt – machen die bei den jungen Hunden NIE, von wegen! Der erste Schreck war verdaut, dann kam der zweite. Ich sollte ein Dreieck laufen! Die Diagonale und die Gerade hatte ich geübt, aber ein Dreieck??? Zum Glück sprechen die Richter nicht nur, sondern zeigen auch, also war ich wieder im Bild.

So ruhig ich auch vor solchen Sachen bin, das grosse Flattern kommt hinterher. Als wir unsere Runde beendet hatten, war ich fix und fertig. Nachdem alle vier Rüden die Prozedur erledigt hatten, sortierte der Richter uns um. Vor mir eine ältere dänische Dame, Melli und Socke hinter mir. An der Seite sah ich Britta, die bis dahin eifrig Fotos und Videos gemacht hatte, beide Daumen hochhalten. Ich war etwas verwirrt, wir waren doch noch garnicht fertig… was ich nicht wusste, dass der nette Richter uns schon nach Plazierungen sortiert hatte. Noch einmal laufen, die Dänin war allerding sehr schlecht zu Fuss, lief aber einen kleineren Kreis, so dass Tristan und ich aussen herum konnten. Dann wieder hinstellen, ein Händedruck vom Richter, mein kleiner „Trischi“ bekam ein V2 (=vorzüglich)!!! Mensch, war ich stolz, dementsprechend schwebten wir aus dem Ring zu der ebenso stolzen Züchterin. Britta liess so ganz nebenbei den Satz fallen: „Mal sehen, ob er noch die Reserveanwartschaft bekommt.“ Schreck lass nach, musste ich etwa nochmal laufen? Nein, musste ich nicht und Tristan bekam das Reserve CAC. Gespannt warteten wir auf den Richterbericht, der mit den Worten anfing: „…vorzüglicher Rassetyp…“ und so ging es weiter, besser gehts nicht. Tristan mit seinen gerade einmal 9 Monaten als jüngster in der Gruppe, auf seiner ersten Ausstellung, und dann so ein Ergebnis!

Jetzt musste ich wohl weiter ran, meine liebe Britta hatte den Reiseplan schon in der Tasche… zwei Wochen später die nächste Ausstellung. Was macht man auf einem Sonntag bei über 30° C? Man fährt über drei Stunden nach Berlin und stellte den Hund aus. Von Anni konnte ich mir für Tristan eine Kühldecke ausleihen, die war wirklich ein Segen. Morgens um 5.00 Uhr sammelte ich Britta ein, um 8.30 Uhr waren wir auf dem Ausstellungsplatz, aber die Borderterrier waren als vorletzte Rasse dran. Da hiess es warten – bis 12.30 Uhr! Die Richterin, eine Estin, richtete aber flott hintereinander weg, und da wir direkt am Ring saßen, bekamen wir schon eine ganze Menge mit. Lange Rede, kurzer Sinn, wir fuhren mit unserer ersten Schleife, einem tollen Richterbericht und einem V1 wieder nach Hause! Die Richterin sagte mir auch nochmal, dass ich einen sehr schönen Hund hätte!

Das heisst für uns, wir bleiben am Ball, die nächsten Ausstellungen sind gemeldet, Hotels gebucht. An dieser Stelle ein dickes Danke an Anni, die mich sehr unterstützt, ermutigt und wie ich glaube, auch ein bisschen stolz ist auf uns. Danke auch an Britta, die mich in diesem Wirrwarr nicht allein losfahren lässt, Trischi immer so schick macht und immer so mitfiebert.

Ganz zuletzt Danke an meinen kleinen „Trischi“, der alles so super und entspannt mitmacht, total gelassen und nett zu den jeweiligen Richtern ist. Du bist ein toller Hund!

Eure Petra