Knolle auf dem Laufsteg

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Susanne ist mit unserer Jette nun schon 11 Jahre bei Anni, ich mit Paula seit über 4 Jahren und nun mit unserem jüngsten Zuwachs, Rauhhaarteckeldame Knolle (1 Jahr), üben wir natürlich auch jeden Samstag in der Hundeschule.

Am 27.4.14 war es dann soweit, Knolle sollte ihre erste Ausstellung besuchen. Es wurde natürlich vorher mehr oder weniger ausgiebig geübt. Die anfängliche Abneigung gegen die dünne Vorführleine hatten wir dann zwar schnell überwunden, auch das richtige Tempo, in dem Knolle ihre Runden im Kreis ziehen sollte, war nach etwas Ausprobieren, ermittelt.

Nur eines hatten wir nicht so wirklich bedacht-eine Teckeldame stellt sich nicht einfach mal so in Positur, wenn man ihr den Befehl dazu gibt. Nein, Knolle fand es ausgesprochen langweilig still zu stehen und dann auch noch einen Hinterlauf leicht zurück zu ziehen-sind wir hier denn auf dem Laufsteg?

Okay, dann schnell noch ein paar Tipps zum Stellen von Celina gezeigt bekommen und wieder weiter geübt.

Ich erwähne jetzt mal nicht, dass wir nur noch einen Tag Zeit hatten.

Nun wurde jede Situation zum Stellen genutzt. Die Nervosität beim Hundeführer stieg stündlich, einzig Knolle war wie immer tiefenentspannt.

Dann ging es am nächsten Tag zur Zuchtschau der DTK Gruppe Probsteierhagen.

IMG_1547-1Nachdem wir unsere Startnummer erhalten hatten, hieß es erst einmal warten. Die Jagdhornbläser eröffneten lautstark die Ausstellung und fast alle Teckel dachten wohl: Jaaa auf zur Jagd. Also wurde auch entsprechend von 49 Teckeln brav Laut gegeben. Nur eine schaute gelangweilt in die Gegend-Knolle vom Eikenbrook.

Endlich ging es dann in den Ring. Vorher wurde natürlich das Gebiss genau begutachtet, gewogen und die Rute abgetastet. Hatte Knolle sich vorher immer recht widerwillig ins Maul schauen lassen und noch viel widerwilliger die Rute abtasten lassen, stand sie auf dem Tisch wie aus Marmor gemeißelt-zuckte nicht einmal und ließ alles anstandslos geschehen.

Da geht dem Hundeführer natürlich das Herz ganz weit auf (wurden doch schon einige Teckel, die vor ihr dran waren, disqualifiziert, weil sie genau dies nicht zuließen).

An dieser Stelle können wir schon einmal einfließen lassen, ohne das Training in der Hundeschule, wären wir vielleicht an dieser Stelle schon gescheitert.

Nachdem der Richter nun Knolle ausgiebig betrachtet und betastet hatte, wurde es dann Ernst-es ging auf den „Laufsteg“.

Knolle – „Bei mir“ und dann im flotten Tempo Runde um Runde. Während der Richter die Zuschauer über ihr Gangbild, Haarkleid, Abstand zum Boden, usw. fachmännisch informierte (der Hundeführer davon natürlich vor lauter Aufregung und Konzentration auf’s richtige Laufen absolut nichts mitbekam), lief Knolle wie eine Diva selbstbewusst und mit stolz erhobenem Kopf, als wüsste sie genau, dass es jetzt darauf ankommt.

Aber plötzlich die Anweisung des Richters, zu stoppen. Nun kam beim Hundeführer zur Aufregung und Konzentration auch noch die blanke Angst: Lässt sich die Diva richtig hinstellen, oder entscheidet sie sich selbständig für’s Hinlegen, Hinsetzen oder den Supergau: auf den Rücken legen und warten, bis jemand zum Kraulen vorbei kommt.

Nein, sie wäre nicht unsere Knolle, wenn sie nicht wie ein Bild von einer stolzen Teckeldame mitten im Ring steht und die bewundernden Blicke der Zuschauer natürlich völlig ignoriert. Einzig der forsch auf sie zukommende und nach ihrem Kopf fassende Richter ermuntert Knolle dazu, sich blitzschnell auf den Rücken zu schmeißen, in der Hoffnung, Streicheleinheiten zu empfangen. Nachdem Knolle vom Hundeführer dezent darauf hingewiesen wurde, dass das jetzt der ganz falsche Moment dafür sei, ging es auch schon weiter.

Noch einmal laufen und dann kommt es fetzenweise beim psychisch völlig erschöpften Hundeführer an. Richter: „Was soll ich noch viel sagen. Herzlichen Glückwunsch, sie haben einen vorzüglichen Teckel.“

Nachdem die Züchterin schon vorab ihr eindeutiges Urteil über Knolle abgegeben hatte, haben wir natürlich schon irgendwie, insgeheim auf ein „Vorzüglich“ gehofft. Wenn es dann aber Realität wird, hat sogar der hartgesottene Hundeführer (für einen Moment jedenfalls) Pipi in den Augen.

Jedenfalls war die Freude riesengroß, allein Knolle wirkte leicht gelangweilt.

Knolle sollte sich nun auch noch einem Verhaltenstest unterziehen.

In einer Ecke stand also ein freundlicher Helfer mit einer an einem Band aufgehängten großen Metallröhre. Die Hundeführer sollten dann nacheinander mit ihrem Hund in die gegenüberliegende Ecke des Ringes gehen, den Hund ableinen und mit dem Hund (im „Bei mir“) auf den die Röhre anschlagenden Helfer zugehen.

Nachdem schon drei Teckel vor Knolle lieber das Weite gesucht hatten, stand Knolles Herrchen der Angstschweiss auf der Stirn, während Knolles Frauchen in akute Schnappatmung verfiel, als sie „Ableinen“ hörte. Hier im Park ableinen?, Drum herum 49 Teckel, die nur darauf lauern, dass ihre Konkurrentin das Weite sucht, hunderte Augen, die jede Bewegung scharf beobachten. Akut steigender Blutdruck, Herzfrequenz bei 180 waren noch die harmloseren Begleiterscheinungen beim Hundeführer, Frauchen leichenblass-kann kaum noch hinschauen.

Tja, da gibt es nur eines: Flehender und bittender Blick zum brav an der linken Seite marschierenden Dackel, Kehrt, Leine ab und „Bei mir“ geradewegs auf die Röhre losmarschieren.

Nach einigen Metern vorsichtiger Blick in Richtung links unten-ja, Hund noch da und sie läuft perfekt „Bei mir“. Doch dann setzt Knolle noch einen oben drauf, indem sie direkt auf den Helfer zugeht und an der doch lärmenden Röhre interessiert schnüffelt. Fazit: Test mit Bravour bestanden! Aber ob das auch ohne die gemachten Erfahrungen in der Hundeschule geklappt hätte?

Nun kam ja noch das Highlight des Tages, denn alle „V“ Hunde mussten ja noch einmal gegen einander laufen, um den Tagessieger zu ermitteln.

Also wieder in den Ring, wieder im „Bei mir“ Runde um Runde drehen und dann plötzlich vom Richter als erster heraus gewunken. Wir sind also unter den besten dreien. Nun noch einmal antreten gegen die beiden Konkurrenten. Allerdings entscheidet Knolle jetzt, es reicht mit der blöden Rumlauferei im Kreis.

Herrchen ist da allerdings anderer Meinung, was dazu führt, dass man nun nicht mehr von einem harmonischen Lauf „Herrchen mit Hund, ähm es muss natürlich heißen, Teckel mit Leinenhalter, sprechen kann. Das erkennt auch der Richter und so bleibt nur der Glückwunsch an die Konkurrenz.

Ein echter Teckel steht da natürlich drüber und so nehmen wir uns daran ein Beispiel und genießen den tollen Erfolg der ersten Ausstellung.