Zahnprobleme beim Welpen

Anni Warfen Aktuelle Themen, Gesundheit

Wie wir alle wissen, kommen unsere Hundewelpen zahnlos zur Welt. Als erstes brechen die Schneide- und Eckzähne durch. Dies geschieht im Lebensalter von ca 3 Wochen. Das vollständige Milchgebiss besteht aus 28 Zähnen.

Diese Zähne sind sehr spitz und das kann beim Knabbern an unseren Händen und Armen sehr unangenehm sein. Ab dem 4. Lebensmonet erfolgt der Zahnwechsel zum bleibenden Gebiss. Mit 6 Monaten erscheinen die Eckzähne. In diesem Alter geht es unseren Welpen wie kleinen Kindern. Sie kränkeln. Leichtes Fieber, verminderter Appetit, Infektionen können vorkommen.

Oft aber bleibt der Zahnwechsel für uns unbemerkt. Die Welpen verschlucken die Milchzähne, oder man findet sie auf dem Fußboden und in Kauartikeln.

Wie können wir den Zahnwechsel erleichtern? Bieten Sie Naturkauartikel (zB. Rinderohren) an. Weidezweige zum Knabbern. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Osanitkügelchen für Babys aus der Apotheke sind ebenfalls geeignet. Zerr- und Raufspiele sollte man während dieser Zeit meiden. Besonders bei kleinen Rassen existiert das Phänomen, das Ersatzzähne durchbrechen, aber an der verkehrten Stelle. Ganz häufig betroffen sind die Eckzähne im Oberkiefer.

IMG_0755Der neue Zahn wächst neben dem Milchzahn, zerstört dadurch seine Wurzel nicht, und beide stehen nebeneinander. Das führt zu Platzproblemen im Kiefer. Man wartet etwas ab, einige Wochen und wenn der Milchzahn bleibt, muss er vom Tierarzt gezogen werden. Hin und wieder gibt es auch echte, überzählige Zähne. Diese sind in der Keimanlage doppelt angelegt. Wenn diese doppelten Zähne Fehlstellungen verursachen, müssen sie gezogen werden. Ebenso gibt es angeborene Zahnlücken, d.h. die Zahnanlage ist nicht angelegt. Ursache ist ein genetischer Defekt.

Häufig sind auch Kieferfehlstellungen. Der vorderste Punkt des Oberkiefers sollte vor dem vordersten Punkt des Unterkiefers stehen. Überragt der Unterkiefer den Oberkiefer, spricht man von einem Vorbeißer. Als Hinterbeißer bezeichnet man Hunde, deren Unterkiefer verkürzt ist. Betroffen sind häufig Dackel, Collies und Whippets. Bei allen Fehlstellungen des Kiefers sollte ein erfahrener Spezialist ans Werk. Der Eingriff ist das Arbeitsgebiet eines veterinärmedizinischen Kieferorthopäden.

Zahnverfärbungen ins Gelbliche kamen früher häufiger vor, wenn die tragende Hündin oder die Welpen das Antibiotikum Tetracyclin bekamen. Das sog. Staupegebiss mit stark geschädigten Zähnen kommt in Deutschland wohl nicht mehr vor, da unsere Welpen gegen Staupe geimpft werden.