Winterliche Gefahren für Hunde

Anni Warfen Aktuelle Themen, Urlaub mit dem Hund, Wissenswertes

Die meisten Hunde finden es prima im Schnee zu toben und nicht von der sommerlichen Hitze geplagt zu werden. Allerdings lauern in dieser Jahreszeit auch ein paar besondere Gefahren. Schneefressen kann zu einer üblen Magenschleimhautentzündung (Gastritis) führen. Die Hunde müssen erbrechen, auch wenn sie nüchtern sind. Dann kommt nur gelber Schleim zum Vorschein. Diese Entzündung kann auch den Darm betreffen, was dann zum Durchfall führt. Nach eintägigem Fasten, bekommen die Patienten eine Schonkost aus Reis, etwas gekochtem Huhn und Quark, letzteren aber nicht kühlschrankkalt. Gefüttert wird mehrmals täglich in kleinen Portionen. Ideal wäre, wenn der Hund Kamillentee trinken würde. Als Medikament eignet sich Ranitidin, das die Säureproduktion im Magen hemmt oder Mittel, die die Magenschleimhaut mit einer Schutzschicht auskleiden. Wenn man einen sehr langen Winterspaziergang plant, sollte man auf jeden Fall lauwarmes Wasser in der Thermoskanne für den Hund mitnehmen.

Friert ein Hund? Darüber streiten die Gemüter jeden Winter von Neuem. Ein kurzhaariger Hund, wie z.B. ein Jack Russel, kann im Winter vor Kälte zittern, und ein nordischer Hund natürlich nicht. Es hat nichts mit verweichlichen zu tun, wenn man seinem Hund, falls nötig, ein Mäntelchen überzieht. Nicht nur Kurzhaarrassen, sondern auch Senioren sind dankbar. Letztere leiden häufig an Arthrosen. Wie bei uns Menschen ist Kälte Gift bei Gelenksbeschwerden.

Wenn die Hunde lange im Schnee liegen oder der Bauch nass geworden ist, entsteht schnell mal eine Blasenentzündung. Hündinnen sind anfälliger als Rüden. Sie setzen den Urin nur tröpfchenweise ab, dies allerdings andauernd. Die Hunde haben starke Schmerzen. Oft ist der Urin sogar blutig. Eine Blasenentzündung muss unverzüglich tierärztlich behandelt werden. Nur allzu schnell steigen die Erreger in die Nieren auf. Der erkrankte Hund bekommt ein Antibiotikum. Meist verschwinden die Symptome sehr schnell, aber es ist wichtig das Antibiotikum lange genug zu verabreichen. Sonst kommt es zu Rückfällen und Resistenzen. Immer sollte man nach dem Spaziergang den Hund gründlich abtrocknen.

Ein weiteres Winterproblem stellt das Streusalz auf den Straßen dar. Die Haut zwischen den Zehen entzündet sich. Abdeckende Salben, wie Vaseline oder Melkfett, vor dem Spaziergang, schützen die Pfoten. Zuhause werden die Pfoten gewaschen und die Zwischenzehenräume gründlich abgetrocknet. Bei vielen Hunden bilden sich auch Eisklumpen, die an den Pfoten festfrieren und zum Lahmen führen. Abhilfe schafft das Abschneiden der Haare zwischen den Zehen. Neoprenschuhe sind für alle beiden Pfotenprobleme geeignet.

Vorsicht, wenn Ihr Hund frei läuft und eine dünne Eisfläche betritt. In diesem Fall immer früh genug anleinen.

Erfrierungen kommen besonders bei Stehohren vor. Auch hier, wie auch bei den Pfoten, kann man prophylaktisch Vaseline auftragen. Sollte es dennoch passiert sein, langsam auftauen, z.B. mit kühlen Kompressen. Wenn schon Gewebe abgestorben ist, muss der Tierarzt aufgesucht werden.

Zuhause ist es zwar warm und gemütlich, aber auch hier gibt es Fallen. Beginnen wir mit den weihnachtlichen Leckereien. Schokokekse und Weihnachtsmänner sind verboten. Sie enthalten für den Hund giftiges Theobromin. Die tödliche Dosis beträgt 100mg pro kg Körpergewicht. Ebenfalls giftig sind Rosinen. Der Weihnachtsbraten als Gans und Ente ist zu fett und gewürzt, außerdem splittern gegarte Geflügelknochen. Aufpassen mit Kerzen. Nur anzünden, wenn der Hund unter Aufsicht ist.

Ich wünsche eine fröhliche Weihnachtszeit mit den Vierbeinern.